Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Hat Herr Minsky doch Recht?

26. November 2011 von Sven Fissenewert
Bereits seit den 1960er Jahren hat Hyman P. Minsky, der bei Schumpeter in Harvard studierte und als Professor für Ökonomik lehrte, seine Hypothese finanzieller Instabilität  systematisch ausgearbeitet und war damit lange Zeit eine der wenigen abweichenden Stimmen im Konzert ökonomischer Dogmen, das von neoklassischen Gleichgewichtsmodellen der Schule von Chicago und den Theorien Milton Friedmanns dominiert wurde. Seiner Beobachtung nach waren schon die Finanzkrisen in den 60er und 70er Jahren ein Indiz, dass sich die kapitalistische Ökonomie nicht so verhält, wie sie sich verhalten soll – denn nach den gängigen Wirtschaftstheorien können diese Einbrüche und Crashs allenfalls mit einem Risikofaktor von eins zu zig Milliarden eintreffen. Aufbauend auf der „Great Theory“ von Keynes suchte Minsky nach Erklärungen für die wiederkehrenden Finanzkrisen und kommt zu dem Schluss, dass die klassischen Wirtschaftstheorien mit ihren Annahmen von Gleichgewicht, Effizienz, Selbstregulierung und rationalen Erwartungen „verheerende logische Löcher“ aufweisen.

Eine gute Krise für Europa

22. Januar 2010 von Maic Stäbler
In ihrem Buch "This Time is Different" zeigen die Ökonomen Reinhart und Rogoff vor dem Hintergrund einer enormen, aufgearbeiteten Datenmenge, dass Finanzkrisen einander ähneln und der Zusammenbruch 2008 einem bekannten Muster folgte. Im Interview mit dem österreichischen DER STANDARD geben die Autoren und Experten für Wirtschafts-krisen einen positiven Lichtblick: Europa hat es gut gemacht! - Kein Grund sich zurück zu lehnen, aber eine positive Wahrnehmung der Situation zuversichtlich zur Kenntnis zu nehmen... Lesen Sie hier das Interview!

Buchtipp: 33 Sofortmaßnahmen gegen die Krise

28. August 2009 von Maic Stäbler
Die Wirtschaftskrise fordert Führungskräfte, tragfähige Entscheidungen zu treffen: Ist es besser, den Preis zu senken, um die Absatzmenge zu halten oder den Preis zu halten, aber dafür weniger abzusetzen? Wodurch sparen wir sofort mehr? Durch die Entlassung von 20 % unserer Belegschaft oder durch 20 % weniger Entgelt? In seinem Buch "33 Sofortmaßnahmen gegen die Krise - Wege für Ihr Unternehmen" hat der Autor Hermann Simon (durchaus mit Schwerpunkt auf Produktionsbetriebe) 33 aktuelle Tipps zusammengestellt und gibt damit Führungskräften Anregungen an die Hand, worauf Sie mit Blick auf eine tragfähige Krisenbewältigung achten sollten. Lesenswert, prägnant mit Beispielen durchwoben, auf den Punkt gebracht und sehr aktuell.

sechsseiten 2009

18. Juni 2009 von Kirsten Niechcial
Das Jahr 2009 ist kein Jahr wie jedes andere – Bankenkrise, Börsencrash, Rezession – selten sahen sich Staat, Unternehmen, wie auch Privatpersonen solch wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber. Für viele geht es dabei schlicht ums blanke Überleben.   „Überleben“ ist auch der Titel der im Mai erschienenen, ersten Ausgabe 2009 der Process One Schriftenreihe „SechsSeiten“. Und auch die folgenden fünf Ausgaben thematisieren die Frage, wie es gelingt, Antworten auf die verschärften Herausforderungen zu finden und die eigene Zukunftsfähigkeit zu sichern. So titeln die kommenden Ausgaben der SechsSeiten 2009 mit „Change“, „Strategie“, „Zukunftsfähigkeit“, „Führung“ und „Nachhaltigkeit“.   Zu bestellen sind die SechsSeiten als Druckversion über den Menüpunkt „Service“ der Process-One Homepage, wo sie auch jeweils einen Monat nach Erscheinen als PDF zum Download bereit stehen.

Zur Aerodynamik moderner Organisationen

24. April 2009 von Sven Fissenewert
Eine bestimmt nicht nahe liegende aber höchst interessante Analogie zwischen der Aerodynamik von Flugzeugen und den Erfordernissen heutiger Unternehmensführung bieten die Autoren Reinhard Krusche, Torsten Groth, Reinhart Nagel und Thomas Schumacher in ihrem Beitrag „ Houston, we have a problem…“ in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für postheroisches Management.   Was hat die Steuerungslogik und –mechanik eines großen Verkehrsflugzeuges des vergangenen Jahrhunderts mit der Art und Weise zu tun wie Unternehmen gesteuert wurden? Und was kann man dieser Tage über Unternehmen lernen wenn man sich eingehender mit der Funktionsweise eines Kampfjets befasst…http://www.postheroisches-management.de/pdf/revue-03-houston.pdf

sechsseiten – Sonderausgabe Januar 2009

21. Januar 2009 von Sven Fissenewert

Rezession – eine Wirklichkeitskonstruktion?

Haben auch Sie gerade das Gefühl, dass unsere Welt um uns herum zusammen bricht? Fürchten Sie um Ihre Ersparnisse oder um Ihren Job? Stellt sich Ihr Unternehmen bereits auf die bevorstehende Rezession ein? Doch: Wie „wirklich“ ist die Rezession überhaupt? Natürlich gibt es Definitionen von Ökonomen, was eine Rezession ist. Eine der gängigen Definitionen lautet wie folgt: Als Rezession bezeichnet man eine Phase des Konjunktur-zyklus, in der die wirtschaftliche Aktivität langsam zurückgeht. Die Rezession folgt gewöhnlich auf einen Aufschwung und geht einer Depression voran. Legt man diese Definition zugrunde und betrachtet dann gleichzeitig verschiedene volkswirtschaftliche Größen – allen voran das Brutto-Inlands-Produkt – so lässt sich ziemlich genau sagen, in welcher Phase des Konjunkturzyklus wir uns gerade befinden. Das eigentlich Entscheidende ist doch aber: Wie erleben wir das in dieser Form definierte und gemessene Geschehen? Aus welchem individuellen Blickwinkel betrachten wir es? Ein Beispiel: Auch Zeit lässt sich klar messen. Das Empfinden jedoch, ob sie langsam vergeht oder schnell, ob man zu wenig davon hat oder zuviel, hängt ganz davon ab, welche individuelle Bedeutung wir ihr geben. Alles Leiden hat seinen Anfang darin, dass wir unseren eigenen Gedanken Glauben schenken. Wie weit entspringt also das, was derzeit als „Absturz, Crash, Horror, Panik“ durch die Gazetten geistert, weniger einer messbaren Rezession als vielmehr einer Konstruktion unserer Köpfe? Welche Konstruktionen sind es nun, denen wir besonders gerne Glauben schenken?