Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Gemeinsam die Arbeitswelt verändern

22. März 2016 von Wigbert Walter
AugenhöhewegeSelbstbestimmung, Partizipation, Potentialentfaltung – die Trends der neuen Arbeitswelt werden schon länger unter Experten und Interessierten diskutiert. Alles Theorie oder Traum? Scheinbar nicht - Im Januar 2015 feierte das Projekt AUGENHÖHE – Film und Dialog mit knapp 400 Teilnehmern in Hamburg Premiere. Der Film zeigt Unternehmen, in denen viele dieser Trends bereits gelebt werden – und die Menschen, die diese Organisationen gestalten. Seit einigen Tagen nun ist ein weiterer Schritt gefolgt: Der Film AUGENHÖHEwege sucht Antworten auf die Frage: Welche Wege führen zu einer neuen Kultur der Zusammenarbeit, die menschlich und ökonomisch erfolgreich ist? Dabei zeigt AUGENHÖHEwege mutige Unternehmen, die Einiges anders machen ...
[AUGENHÖHEwege wird wie schon sein Vorgänger AUGENHÖHE von einer lebendigen Community mitgetragen. Vielen Dank für die erneut großartige Unterstützung in unserem Crowdfunding. Aus dem versprochenen 45-Minüter sind nun - passend zum Titel - nicht ein sondern zwei Filme mit je 48 Min. geworden. Deshalb gibt es AUGENHÖHEwege in zwei Versionen: orange und weiß:]
Die „orange“ Version enthält folgende Module: UNI - Unilever Deutschland TEL - TELE Haase Steuergeräte SON - sonett HAU - Haufe-Umantis SPA - Sparda-Bank München Die „weiße“ Version enthält folgende Module: SYS - sysTelios Gesundheitszentrum EBW - EnBW (1492) ELB - elbdudler SGO - Saint-Gobain Performance Plastics (Bristol, UK) LIN - Lindig Fördertechnik

Sicherheit als solche gibt es nicht

16. November 2015 von Dr. Reinhard Schmitt
Wenn ich Kunden in Projekten begleite, die eine substantielle Änderung der Aufbau- oder Ablauforganisation bedeuten, dann bekomme ich aus der Organisation häufig zurückgespiegelt: „Das Projekt erzeugt Unruhe. Das ist nicht gut.“. Auf meine (zugegebenermaßen rhetorische) Frage, ob Veränderung ohne Unruhe überhaupt möglich sei, bekomme ich in der Regel keine Antwort. Veränderung erzeugt Unruhe. Punkt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wenn angesichts Ihres Veränderungsvorhabens niemand unruhig wird, dann sollten Sie unruhig werden.

Planet der Affen

19. Oktober 2015 von Wigbert Walter
monkeybusinessRegelmäßig fragen wir Führungskräfte: „Wie zufrieden sind Sie in Ihrer Führungsrolle versus Operatives selbst erledigen? Haben Sie ausreichend Zeit zur Entwicklung Ihres Verantwortungsbereiches, Ihrer Mitarbeiter aber auch von Ihnen selbst? Wie oft erleben Sie sich verstrickt im Tagesgeschäft?“ Und regelmäßig erreicht der durchschnittliche Zufriedenheitswert auf einer Skala von 1 bis 10 nicht mehr als eine 6 ... Reichlich Luft nach oben! Häufig wird mangelnde Zeit als Grund für diese Einschätzung angeführt. Die Decke der Führung scheint immer zu kurz! Eine aktuell dringliche Frage heutiger Führungskräfte, scheint daher zu lauten: „Wie schaffe ich mir mehr Zeit für Führung?“ An dieser Stelle möchten Sie mit einer über vierzig Jahre alten Metapher konfrontieren - nicht neu, vielleicht aber mit Potential für Sie „Neue Zeit“ zu gewinnen.

Mit nur 6 Regeln wird die Arbeit leichter …

30. August 2015 von Dr. Reinhard Schmitt
… behauptet zumindest Yves Morieux, Direktor des BCG Institute for Organization:
  • Regel 1: Verstehen Sie, was Ihre Kollegen tun (jenseits der offiziellen Stellenbeschreibungen)
  • Regel 2: Stärken Sie Integrierer (statt Sie auf ihren Verantwortungsbereich einzunorden)
  • Regel 3: Erhöhen Sie die Machtfülle (statt alles regeln zu wollen)
  • Regel 4: Vergrößern Sie den Schatten der Zukunft (und konfrontieren Sie die Menschen direkt und unmittelbar mit den Konsequenzen ihres Handelns oder Nicht-Handelns)
  • Regel 5: Erhöhen Sie die Gegenseitigkeit (indem Sie den eigenen Erfolg vom Erfolg des Gegenübers abhängig machen und persönliche Komfort-Puffer entfernen)
  • Regel 6: Belohnen Sie jene, die zusammenarbeiten (und rügen Sie öffentlich jene, die es nicht tun)
Yves Morieux nennt seinen Ansatz „Smart Simplicity“ und denkt diesen von heutigen Gegebenheiten in Großunternehmen mit gewachsenen Strukturen aus, was dem Ganzen einen Hauch von Praktikabilität verleiht. Spannend sind seine Vorschläge zum Umgang mit Verantwortung und der Erzwingung von Zusammenarbeit. Auch seine Erklärung, warum immer mehr Führungskräfte und Mitarbeiter innerlich kündigen oder gar gegen die Interessen der Firma arbeiten, ist ein gedankliches „Nachdieseln“ wert. Alles eine Frage der guten Geschäfte… Hier das Video (TED Talk, 12 Minuten): (Schalten Sie unten rechts die deutschen Untertitel ein. Dies könnte sich als hilfreich erweisen.)

LEARN or DIE

10. August 2015 von Peter Rathsmann
learnordieWer hätte geglaubt, dass einer der erfolgreichsten Hedgefonds, Bridgewater Associates, den Idealen einer „lernenden Organisation“ weitestgehend entspricht? Ich nicht. Umso mehr war ich überrascht, nach meiner langjährigen beraterischen Mitarbeit an organisationalen Kulturthemen diesem lebenden Exemplar einer erfolgreichen – und dazu noch inhabergeführten – Organisation zu begegnen. Kurzum: wer neue Impulse zum Thema individuelles und organisationales Lernen sucht, wer pragmatische Beispiele für Kulturen sucht, in denen kritisches und  innovatives Denken stattfindet, dem sei das Buch LEARN or DIE von Edward D. Hess und eine kurze Internetrecherche bei den dort untersuchten Fallstudien (z.B. : www.bwater.com) empfohlen. Besonders fasziniert haben mich die provokante Radikalität und die Inhalte zum Thema „Fehlerkultur/Umgang mit Fehlern“. Ich freue mich auf den Austausch mit begeisterten Lesern.

Die wichtigste Frage

22. Juni 2015 von Wigbert Walter
FrageZu Beginn diesen Jahres hat der Harvard Business Manager in seinem Sonderheft Leadership renommierte Wissenschaftler, Vordenker und Manager gefragt: Welches ist Ihrer Meinung  nach die wichtigste Frage, die sich eine Führungskraft stellen sollte. Kurz vor dem zeitlichen Zenit dieses Jahres haben wir einige, aus unserer Sicht relevante, Impulse aus dem Tagesgeschäft gekramt... So fragt Dietmar Fink, Inhaber des Lehrstuhls Unternehmensberatung und -entwicklung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg vor dem Hintergrund der immer kleiner werdenden Welt, welche uns immer schneller über den Kopf zu wachsen scheint: „Was ist wirklich wesentlich? Und zwar für das Unternehmen, meine Kollegen – und für mich selbst?“ Rückbesinnung auf das was wirklich zählt, sei der beste Weg, Struktur in eine unüberschaubare Welt zu bringen. Für Unternehmen gelte weiter der ökonomische Grundsatz. Umsatz minus Kosten gleich Gewinn. Alles was dieser Gleichung nicht standhalte, könne ein Unternehmen verwerfen... Auch mancher betriebsinterne Konflikt lasse sich handhaben, wenn er man ihn auf das Wesentliche zurückführte:

Gewachsene Strukturen (be)greifbar machen

18. Mai 2015 von Dr. Reinhard Schmitt
Führen in Zeiten der Veränderung ist von besonderen Herausforderungen geprägt. Die Herausforderungen nehmen überproportional zu, je tiefer die Veränderungen in die Kultur einer Organisation, d.h. in tradierte und teilweise identitätsstiftende Kommunikations- und Arbeitsgewohnheiten hineingreifen. Wir halten es für wichtig, sich mit diesen „gewachsenen Strukturen“ zu befassen, bevor ein tiefgreifendes Veränderungsvorhaben gestartet wird. Bleibt die Frage: Wie lassen sich diese Strukturen überhaupt (be)greifbar machen? Fritz B. Simon (* 1948), ein Vordenker der systemischen Organisationstheorie, bietet hierfür einen Ansatz. Er vertritt die Auffassung, dass sich die Kultur einer Organisation über Kommunikationsmuster manifestiert. Aus der Beobachtung dieser Muster lassen sich soziale Regeln ableiten. Simon unterscheidet drei Regelarten:

Im Vertrauen gesagt

28. April 2015 von Sven Fissenewert
Die Überschrift „Menschen suchen Werte in der Arbeitswelt, die dort gar nicht hingehören“ eines Artikels in der Süddeutschen Zeitung hat mein Interesse hinreichend befördert. Der Münchner Professor Michael Bordt führt darin aus, dass unzulässiger Weise die Befriedigung von Werten aus der Nicht-Arbeitswelt im Kontext von Erwerbsarbeit gesucht und/oder eingefordert werden. Neugierig wurde ich deshalb, weil mein Standpunkt eher vom entgegengesetzten Bild ausgeht: Im Zuge der derzeitigen vehementen Änderungen der Bedingungen von Erwerbsarbeit verschwimmt die Grenze von Arbeit/Nicht-Arbeit zusehends (man denke nur an den Stand der Diskussion zu den Anforderungen der Generation Y an den Sinngehalt von Arbeit) – damit einhergehend wird Arbeit (oder: das System Wirtschaft) tendenziell mehr zum Gegenstand von Erwartungen, die bis vor wenigen Jahrzehnten noch ausschließlich der Privatsphäre von Menschen zugeschrieben wurden. Diesen Standpunkt fand ich sogar zu Beginn des Artikels wieder:

Führen als „Scheißjob“…

23. März 2015 von Dr. Reinhard Schmitt
Scheißjob...so titelt die März-Ausgabe von brandeins mit dem Schwerpunkt „Führung“. Warum man dies so sehen kann (aber nicht muss), erläutert Wolf Lotter in seinem einleitenden Artikel „Die Chefsache“. Einige Erklärungsversuche: „Das Wort Hierarchie bedeutet in seinem griechischen Ursprung Herrschaft – im Sinne einer heiligen, also unantastbaren Ordnung, einer klar erkennbaren Macht, der man sich unterordnen kann. Hierarchien sind auch Anhaltspunkte, sie geben Orientierung. Wer an ihrer Spitze stand, durfte auch für andere mitentscheiden – ein typisches Merkmal für Führung. Wer es nach oben schaffte, hatte sich das auch „verdient“. Führung legitimierte sich durch Führung. Und oben war immer vorn. Heute ist Führung zu einem Auftrag geworden, einem Job, der zu erledigen ist. Leader mögen weiterhin eine besondere Rolle haben, aber die Allmacht, die sie früher besaßen, hat sich verflüchtigt. Der Chef ist zum Primus inter Pares geworden, zum Ersten unter Gleichen, die ihm den Auftrag geben, aus ihrer Arbeit und ihren Fähigkeiten das Beste zu machen. Erst das wäre eine „Demokratisierung der Führung“, was ja nie bedeutete, dass alle gemeinsam führen oder so tun als ob, sondern dass Führung nach für alle Beteiligten klar erkennbaren Regeln erfolgt. Keine Willkür, keine Überraschungen – nur verständliche Entscheidungen.“

Putzen Sie noch oder führen Sie schon?

12. Januar 2015 von Henning Keber

Führungsentwicklung und das obere Management

schwarmJe nachdem, liebe Leser, aus welcher organisationalen Perspektive Sie diesen Artikel lesen, könnten Sie sich mehr oder weniger getroffen fühlen. Er beschäftigt sich mit den sogenannten "alten Hasen", den "grauen Eminenzen" und "Silberrücken" in den Reihen der Führungsmannschaften und dem Ergebnis einer Studie der Hochschule Osnabrück, welche Rolle das obere Management in den Bemühungen zur Führungs(kultur)entwicklung in Unternehmen spielt (siehe hierzu Harvard Business Manager, Oktober 2014). Im Kern decken sich die Ergebnisse der repräsentativen Studie mit unseren Beobachtungen und Erfahrungen im Rahmen der Beratung und Begleitung von Unternehmen in deren Anstrengungen, Führungs(kultur)entwicklung zu betreiben. Die Befragung von Geschäftsführern, Vorständen und Personalleitern von 351 größeren deutschen Unternehmen zeigte, dass es ein deutliches Gefälle zwischen dem oberen Management einerseits und dem mittleren beziehungsweise unteren Management andererseits gibt, was die Teilnahme an Führungsentwicklungsmaßnahmen betrifft. Ein Paradoxon, dass uns in unserer Arbeit auch regelmäßig begegnet: die Notwendigkeit und Relevanz eines angemessenen und wirksamen Führungsverhaltens wird von der Unternehmensführung meist erkannt. Die Hauptverantwortung dann jedoch an HR delegiert, ohne sich für die weitere Umsetzung (mit)verantwortlich zu zeigen.