Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Advent –

14. Dezember 2015 von Wigbert Walter
RotkaeppchenJahresendrallye, Mastgansvorbestellung, Geschäftsjahresabschluss, Weihnachtskartenpingpong – Zeit der Besinnung und inneren Einkehr oder Stress allenthalben? Was aber genau ist eigentlich Stress? Manfred Spitzer, Neurowissenschaftler, Psychiater und Philosoph behauptet in seinem aktuellen Werk, es sei das Fehlen von Kontrolle.  - Welche Bedeutung in diesem Zusammenhang dem Handeln von Führungskräften zufällt, erfahren Sie im folgenden Auszug aus seinem Buch: Rotkäppchen und der Stress Sollten Sie gar freie Zeit haben oder planen und Sie überlegen wie Sie diese am sinnvollsten investieren oder es interessiert Sie das Thema Achtsamkeit, dann sei Ihnen die Lektüre in Gänze ans Herz gelegt: „Rotkäppchen und der Stress“ – (Ent-)spannendes aus der Gehirnforschung, Manfred Spitzer, 2014 Schattauer Verlag.

Der Weg zur Meisterschaft – ein Buchtipp

29. Juli 2015 von Henrik Esper
perfektUrlaubszeit ist für viele Menschen  - auch Führungskräfte  - Lesezeit. Wer Lust hat, sich mit dem Thema der eigenen (Karriere-?)Entwicklung zu beschäftigen und sich fragt, wie es Menschen schaffen, über sich hinauszuwachsen, und außergewöhnliche Leistungen und Erfolge zu erringen, dem empfehle ich das Buch “Mastery” des amerikanischen Bestsellerautors Robert Greene. Der Titel der deutschen Ausgabe, “Perfekt! Der überlegene Weg zum Erfolg”, ist etwas irreführend, da es erstens nicht um Perfektion, sondern um “Meisterschaft” geht und es sich zweitens nicht um einen Ratgeber oder ein Selbsthilfebuch mit einfachen (und/oder schnellen) Rezepten oder Checklisten handelt, die einen in kürzester Zeit zum Erfolg führen. Wer also nach Abkürzungen sucht, wird enttäuscht werden. Wer allerdings glaubt, Genialität und ein besonders hoher IQ seien die Grundvoraussetzungen für außergewöhnlichen Erfolg, könnte ermutigt werden – zumindest, wenn er sich nicht selbst als genial oder IQ-Bestie einstuft….in aller Bescheidenheit. Im Gegensatz zu den “Ratgebern” zahlreicher Motivationsgurus, die schnelle Lösungen versprechen, beschreibt Greene, wie „der Weg zur Meisterschaft” mit Leidenschaft einerseits und harter, jahrelanger Arbeit andererseits gepflastert ist. Robert Greene zeichnet anhand der – oft von Fehlschlägen begleiteten – Biographien historischer und zeitgenössischer “Meister ihres Faches” aus völlig unterschiedlichen Gebieten ihre Erfolgswege nach und identifiziert dabei einen mehrstufigen Prozess von der Entdeckung der eigenen “Bestimmung” und “Lebensaufgabe” über die Zeit der Ausbildung bis hin zur “Meisterschaft”. So finden sich spannende Geschichten von Leonardo da Vinci, Wolfgang Amadeus Mozart, Albert Einstein, Benjamin Franklin, Ingmar Bergman bis hin zu Boxtrainer Freddie Roach. Eine schöne Einführung bietet eine Aufnahme einer Rede von Robert Greene in Oxford. Weitere Infos zum Autor hier.

Die wichtigste Frage

22. Juni 2015 von Wigbert Walter
FrageZu Beginn diesen Jahres hat der Harvard Business Manager in seinem Sonderheft Leadership renommierte Wissenschaftler, Vordenker und Manager gefragt: Welches ist Ihrer Meinung  nach die wichtigste Frage, die sich eine Führungskraft stellen sollte. Kurz vor dem zeitlichen Zenit dieses Jahres haben wir einige, aus unserer Sicht relevante, Impulse aus dem Tagesgeschäft gekramt... So fragt Dietmar Fink, Inhaber des Lehrstuhls Unternehmensberatung und -entwicklung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg vor dem Hintergrund der immer kleiner werdenden Welt, welche uns immer schneller über den Kopf zu wachsen scheint: „Was ist wirklich wesentlich? Und zwar für das Unternehmen, meine Kollegen – und für mich selbst?“ Rückbesinnung auf das was wirklich zählt, sei der beste Weg, Struktur in eine unüberschaubare Welt zu bringen. Für Unternehmen gelte weiter der ökonomische Grundsatz. Umsatz minus Kosten gleich Gewinn. Alles was dieser Gleichung nicht standhalte, könne ein Unternehmen verwerfen... Auch mancher betriebsinterne Konflikt lasse sich handhaben, wenn er man ihn auf das Wesentliche zurückführte:

Leiter der Verantwortung: Opfer oder Täter?

25. Mai 2015 von Peter Rathsmann
Das Bild der Leiter und den Namen "Leiter der Verantwortung" habe ich aus dem amerikanischen Sprachraum entliehen und mit dem bei uns bekannten Konzept von Selbstverantwortung und Wahlfreiheit kombiniert. Das Ergebnis ist ein leicht verständliches und vor allen Dingen einprägsames Modell (sagen unsere Teilnehmer). Die Verdeutlichung gegenüber Dritten klappt am besten mit einem konkreten, selbst erlebten Beispiel aus dem eigenen Umfeld. In meinem Fall ist es die 17-jährige Tochter, die am frühen Abend via WhatsApp erfährt, dass sie am Folgetag einen unangekündigten Mathetest schreibt und auf mein Nachfragen „und jetzt Marie?“ die einzelnen Stufen durchläuft. Das Modell zeigt wunderbar, wie wir es immer wieder schaffen, uns in schwierigen Situationen unbewusst zu „Opfern“ zu machen und wie unglaublich schwer es ist, Stufe für Stufe, insbesondere die fünfte, in Richtung „Täter“ zu erklimmen. LeiterDerVerantwortung  

Das Pinguin-Prinzip

13. Mai 2015 von Henning Keber

 – oder woran es liegt, wenn’s nicht flutscht

In einer kleinen Geschichte regt der Mediziner, Kabarettist und Buchautor Eckart von Hirschhausen auf witzige und gleichsam wertschätzende Weise zum Nachdenken über elementare Fragen der Lebensgestaltung an. Dass er mit dieser Geschichte zugleich auf zentrale Themen der Führung, insbesondere der Königsdisziplin Selbstführung einen Scheinwerfer wirft, war vermutlich nicht seine Hauptintention. Wobei er diesen Kollateralnutzen sicher zu schätzen wüsste. Im Rahmen von Entwicklungsprogrammen sollten Führungskräfte regelmäßig an den zentralen Fragen der Selbstführung vorbeikommen. Diese Geschichte regt unserer Erfahrung nach Führungskräfte auf angenehme Weise zum Nachdenken über stärkenorientierte Selbst- und Personenführung an. Viel Spaß mit Ihrem Pinguin.

Im Vertrauen gesagt

28. April 2015 von Sven Fissenewert
Die Überschrift „Menschen suchen Werte in der Arbeitswelt, die dort gar nicht hingehören“ eines Artikels in der Süddeutschen Zeitung hat mein Interesse hinreichend befördert. Der Münchner Professor Michael Bordt führt darin aus, dass unzulässiger Weise die Befriedigung von Werten aus der Nicht-Arbeitswelt im Kontext von Erwerbsarbeit gesucht und/oder eingefordert werden. Neugierig wurde ich deshalb, weil mein Standpunkt eher vom entgegengesetzten Bild ausgeht: Im Zuge der derzeitigen vehementen Änderungen der Bedingungen von Erwerbsarbeit verschwimmt die Grenze von Arbeit/Nicht-Arbeit zusehends (man denke nur an den Stand der Diskussion zu den Anforderungen der Generation Y an den Sinngehalt von Arbeit) – damit einhergehend wird Arbeit (oder: das System Wirtschaft) tendenziell mehr zum Gegenstand von Erwartungen, die bis vor wenigen Jahrzehnten noch ausschließlich der Privatsphäre von Menschen zugeschrieben wurden. Diesen Standpunkt fand ich sogar zu Beginn des Artikels wieder:

Die Geschichte vom Fischer und einem Samurai

20. April 2015 von Henning Keber
FischerEinst lebte ein armer Fischer, der zur Zeit der japanischen Besetzung von einem Samurai Geld geliehen hatte. Als der Tag kam, an dem er seine Schulden bezahlen sollte, besaß er nicht einen Pfennig Geld. Der Samurai wurde wütend und zog sein scharfes Schwert, um den Fischer zu töten. Da rief der arme Mann aus: " Laß mich dir sagen, bevor du mich tötest, dass ich eben begonnen habe, die Kriegskunst zu erlernen und mein Meister lehrte mich, niemals im Zorn zuzuschlagen." Der Samurai hielt inne und sagte: „Dein Meister ist weise und ja, ich lernte einst das gleiche von meinem Meister. Nur manchmal überwältigt mich der Zorn. So wisse, ich gebe dir ein weiteres Jahr Zeit, doch solltest du dann nicht in der Lage sein mir das Geld auf Heller und Pfenning zurückzugeben, so werde ich dich bestimmt töten.“ Als der Samurai spät in der Nacht nach Hause zurückkehrte, sah er, dass in seinem Schlafzimmer Licht war. Er schlich sich auf Zehenspitzen zu der angelehnten Tür und blickte durch den Spalt hinein. Zu seinem Entsetzen musste er sehen, dass seine Frau nicht allein im Bett war: Neben ihr lag ein Samurai. Von kalter Wut gepackt riss er sein Schwert heraus, um sich auf den Fremden zu stürzen, als ihm die Worte des Fischer einfielen: "Wenn du angreifst, sei nicht zornig. Wenn du zornig bist, greife nicht an." Er ging also zurück und rief laut, dass er wieder da wäre. Im nächsten Augenblick trat seine Frau aus dem Schlafzimmer neben ihr seine eigene Mutter in Samuraikleidern. „Was hat das zu bedeuten, ich hätte euch beinah beide getötet.“ fragte der Samurai wütend. „Wir hatten Angst vor Räubern und daher bat ich deine Mutter sich Männerkleider anzuziehen, um sie abzuschrecken. Für den Fischer lief das Jahr sehr gut und so ging er am vereinbarten Tag von sich aus zum Samurai, um seine Schulden plus Zinsen zu zahlen. Der Samurai aber sagte: " Behalte das Geld", sagte der Samurai, "ich bin es, der dir etwas schuldet, und nicht umgekehrt."

Quelle: unbekannt

Sie wollen Erfolg? Hören Sie auf positiv zu denken!

17. Dezember 2014 von Sven Fissenewert
RethinkingPositiveThinking1Gabriele Oettingen hat ein bemerkenswertes Buch geschrieben. Es räumt mit einer seit vielen Jahren im Rahmen des Selbstmanagements gelehrten und nicht selten verinnerlichten Position auf, wonach der - wie individuell auch immer gefasste - Erfolg denjenigen unter uns beschieden ist, die sich auf die Kunst des positiven Denkens verstehen. Die in Deutschland und den USA forschende und lehrende Psychologin fand heraus, dass positives Denken allein (Optimismus, Imagination gewünschter Entwicklungen, Fokussierung auf eigene Träume) Menschen gerade weniger erfolgreich sein lässt. Diejenigen aber, die sowohl über die Kraft positiver Ideen als auch über ein gesundes Maß an Skepsis verfügen, kamen in den von Oettingen durchgeführten Versuchen ihren persönlichen Wünschen deutlich näher, als die, die einseitig positive Aspekte des Denkens und Fühlens fokussierten. Die Erfolgreicheren verfügen nämlich über ein ausgezeichnetes Gespür für die Hindernisse zwischen dem Hier und Heute und dem zukünftigen Erfolg, Ziel, Glück – und sind eben nicht frustriert, wenn sich der Erfolg nicht sofort einstellt, sondern gewissermaßen vorbereitet, wenn der Weg steinig wird. Dann finden sie bessere Antworten, realistischere Lösungen und kommen so näher an ihr Ziel. Das Buch „Rethinking Positive Thinking“ von Gabriele Oettingen erschien kürzlich, eine deutsche Übersetzung ist für 2015 angekündigt. Wer mehr erfahren will wird hier fündig www.woopmylife.org  

Generation Null Fehler

17. November 2014 von Carsten Waider
„Wer Angst hat, sich festzulegen, hat Angst, sich zu verfehlen.“

Heinz Bude, Soziologe und Buchautor

Im folgenden Artikel der Zeit Online wird dies als die eine der prägenden Grundhaltungen der Generation der heute 35 bis 45-Jährigen ausgemacht – die Generation, die das Modell Deutschland an entscheidenden Positionen und mit starken Ideen weiterführen soll… eine Beschreibung, der man – vielleicht auch mit Blick auf sich selbst - nicht unbedingt in allem folgen muss, die aber zum Reflektieren anregt… Hier steht der Artikel als PDF zum Download bereit.

sechsseiten – Ausgabe 07-5

27. Oktober 2014 von Martina Post

Titel_07-5 KopieOrientierung - Unglücklich sein: Wider die Selbstoptimierung

Es ist an der Zeit, wieder einmal einen Schwenk zur Ebene der Selbstführung zu machen, ohne die bekanntlich alle Führung nichts ist. Wir möchten Sie einladen, auf ein Thema zu schauen, das sich hartnäckiger Präsenz erfreut und uns vermutlich auch nicht so bald wieder verlassen wird: das Glück, beziehungsweise den nicht enden wollenden Glücksimperativ. Er springt uns aus zahlreichen Ecken an – mal offensichtlich, mal auf eher subtile Weise, mal in der Art und Weise, wie wir mit uns selbst reden. Wir erleben derzeit vielerorts eine Fixierung auf das Glück, wobei die Betrachtung und der Wert des Unglücklichseins zunehmend aus dem Blick geraten. Doch warum sollte das Zweitere wichtig sein? Ganz einfach: Weil zum Leben auch das Unglücklichsein gehört und gerade im Umgang damit Herausforderungen liegen.

Der historische Hintergrund

Wie ist dieser Glücksimperativ überhaupt in die Welt gekommen und was lässt ihn bis heute so gut gedeihen? Dies ist eine so große Frage, dass wir sie an dieser Stelle nur in groben Zügen beantworten können.