Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Der Weg zu den Besten – Führung und Wandel

31. Januar 2009 von Dirk Gouder
Der Weg zu den Besten - Die sieben Management-Prinzipien für dauerhaften Unternehmenserfolg - So heißt das Buch von Jim Collins, das Fredmund Malik als Pflichtlektüre bezeichnet. Ein Buch, das für uns  - aufgrund der aktuellen Entwicklung - stimmige Beobachtungen macht. Wenngleich die Ableitungen manchmal sehr amerikanisch daher kommen, so sind sie aus unserer Sicht doch immer noch und wieder "durchdenkenswert". Was zeichnet Spitzenunternehmen aus? Was machen sie anders als andere Unternehmen? Dieser Frage ist Jim Collins nachgegangen und hat dafür 1435 Unternehmen durchleuchtet. Elf dieser Unternehmen haben den „Take-off" geschafft und Spitzenresultate erzielt, die sie mindestens 15 Jahre halten konnten. Die Führungspersönlichkeiten an der Spitze dieser Unternehmen nennt er Level 5 Leader. In seinem Buch „Good to great" beschreibt er, welche Kriterien ihren Erfolg ausmachen. Zunächst einmal entkräftet Collins den Mythos von der alles entscheidenden Bedeutung der charismatischen, egostarken Führungskraft. So sind die von ihm beschriebenen Level 5 Leader eher bescheidene Menschen, was ihre Person angeht, jedoch ungeheuer klar und willensstark in allen Belangen des Unternehmens, dem sie vorstehen. Ein wesentliches Erfolgskonzept eines Level 5 Leader: Er benimmt sich Collins zufolge wie ein Igel. Dieser geht auf der Suche nach Nahrung stur seinen Weg, kümmert sich um sein kleines Leben und droht Gefahr, so igelt er sich ein. In Vergleich dazu setzt Collins den Fuchs, der, zumindest auf den ersten Blick, viel eher das Bild des Gewinners abgibt. Wachsam, geschmeidig, schnell und kraftvoll wittert er jede Bewegung in seinem Umfeld und greift an, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen scheint. Häufig, so Collins, verliert er dabei jedoch den Blick für das Wesentliche. Und hier liegt die Kraft des Igels. Er konzentriert sich auf das, was wirklich essentiell ist für sein Dasein und ignoriert den Rest. Um Missverständnissen vorzubeugen: Auch in Spitzenunternehmen ist der Wandel eine Konstante, aber nicht die einzige Konstante. Sie trennen deutlich zwischen dem, was sich niemals ändern sollte und dem was stets offen sein sollte für den Wandel. Und gerade durch ihre absolute Klarheit im Hinblick, auf das was sich nicht ändern sollte, sind sie besser als alle anderen Unternehmen in der Lage, Wandel und Veränderung dort zu vollziehen, wo es nötig ist. So bleiben Spitzenunternehmen auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten ihrer Unternehmensidee und ihren Kernwerten treu. Weit über rein wirtschaftliche Aspekte hinaus haben se eine präzise Vorstellung davon, welchen Nutzen sie für ihre Kunden, für die Gesellschaft erbringen und welche Grundwerte dabei im Mittelpunkt stehen. Unternehmenszweck und Unternehmenswerte sind in diesen Unternehmen unantastbar und nicht dem Wandel unterworfen wohingegen sie ihre operativen Strategien stets den Anforderungen des Marktes anpassen. Logische Schlussfolgerung daraus: Level 5 Leader sind keine Zweckoptimisten. Sie glauben stets fest an einen guten Ausgang, sehen aber den harten Realitäten auf dem Weg dahin klar ins Auge. Entsprechend suchen Level 5 Leader immer den langfristigen Erfolg für ihr Unternehmen und nicht für sich selbst. Sie wünschen sich Erfolg für „ihr" Unternehmen weit über ihre eigene Amtszeit hinaus. Vor diesem Hintergrund schaffen sie frühzeitig Strukturen, die eine reibungslose Weitergabe ermöglichen. Und sie rekrutieren konsequent die besten Leute, die sie finden können - Leute die im Zweifelsfall besser sind als sie selbst. Sie machen den Erfolg ihres Unternehmens mithin nicht ausschließlich an ihrer Person - ihrem Genius - fest, sondern setzen auf die geballte Kompetenz einer überaus fähigen Führungsmannschaft. Dabei verfolgen sie eine außergewöhnliche Strategie. Sie definieren nicht erst die Aufgaben und suchen dann die passenden Mitarbeiter dafür. Nein, sie suchen erst die besten Leute und entscheiden dann, welche Aufgaben sie ihnen geben. Collins sieht in dieser Strategie drei Vorteile. Erstens: Kurswechsel sind leichter möglich, wenn jedem an Bord die Zusammenarbeit mit anderen hochkarätigen Köpfen wichtiger ist als eine spezielle Aufgabe oder Funktion. Zweitens: Die besten Leute denken und handeln aus einer inneren Motivation heraus, sie müssen nicht künstlich zu Bestleistungen angefeuert werden. Drittens: Große Visionen lassen sich nur mit Spitzenleuten realisieren. Oder anders herum: Die beste Idee ist zum Scheitern verurteilt, wenn nicht die richtigen Leute an Bord sind.