Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Die drei besten Tipps für Powerpoint Präsentationen (PPP)

19. Januar 2015 von Volker Dittmann
PowerPointAlle Jahre wieder: Jahresauftaktveranstaltung! Der Chef (und deshalb gehört es in den Leadership Blog) präsentiert im abgedunkelten Zimmer, vor versammelter Mannschaft, auf 68 Seiten die Zahlen/Daten/Fakten des vergangenen Jahres und wagt auf 9 Extraseiten noch einen Ausblick auf das kommende Jahr. Das anschließende Essen war gut. Doch wie die Zahlen waren, weiß hinterher kaum jemand. Deshalb ist es nun Zeit für die drei besten Powerpoint Tipps!
  1. Reduzieren Sie Inhalt und Design. Gehen Sie sparsam mit Animationen um oder verzichten gleich darauf.
  2. Zeigen Sie immer dann eine komplett schwarze oder weiße Seite, wenn Sie mehr mündlich wiedergeben als auf der Folie steht.
  3. Bei einem Teilnehmerkreis von weniger als 30 Personen – arbeiten Sie mit reichlich Tageslicht und nutzen unterstützend Flipchart und Pinnwand.

Zum ersten Punkt:

Garr Reynolds plädiert in seinem Buch „ZEN oder die Kunst der PRÄSENTATION“  für einfache Ideen zur Gestaltung und zum präsentieren. Es geht darum sorgfältig an der Reduktion aller unwichtigen Elemente zu arbeiten. Aus einer Grafik mit den Ergebnissen der letzten 15 Jahre entfernt er zunächst sämtliche Zahlen und ersetzt diese durch eine rote Trendlinie. Im zweiten Schritt verschwinden störende, ablenkende Elemente wie z.B. 3D Effekte, Animationen und sogar das Firmenlogo. In dritten Schritt wird eben diese Trendlinie durch ein Foto, dessen Aussage leicht zu verstehen ist ersetzt und ergänzt dieses dann mit einer Kernaussage z.B. „Sogar Affen fallen vom Baum“. Noch einen Schritt weiter geht er in seinem nächsten Buch: "Naked Presenter", bei dem er den Focus weg von der Folie hin zum Präsentierenden setzt.

Zum zweiten Punkt:

Wenn PowerPoint Folien gezeigt werden, behält man weniger vom Vortrag. Powerpoint behindert also das Lernen, so der Lernforscher Christof Wecker. Hilfreich kann sein, dass man nicht den ganzen Vortrag über Folien zeigt, sondern schwarze Platzhalter einsetzt. Christof Wecker ist Assistenzprofessor am Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Er forscht zur Wirksamkeit von PowerPoint Präsentationen. Dazu hat er jetzt dem Forschungsmagazin der „LMU Einsichten“ ein Interview gegeben. In dem Interview empfiehlt er unter anderem das Einschieben von schwarzen Folien um den Fokus des geneigten Zuhörers wieder auf den Präsentierenden zu lenken. Denn die Ergebnisse seiner Forschung haben gezeigt, dass Vorträgen mit Powerpoint Unterstützung immer dann kontraproduktiv sind, wenn Informationen nur mündlich übermittelt werden und diese nicht auf der Folie dargestellt sind. Dies ist aber nahezu in allen Präsentationen der Fall. Mit seinen schwarzen Folien rückt auch Christof Wecker den präsentierenden wieder in den Vordergrund.

Zum dritten Punkt:

Es ist eine alte Schulweisheit, dass wir bei guter Luft und Tageslicht wacher und aufmerksamer sind als dies in dunklen, geschlossenen Räumen der Fall ist. Ist Ihnen einmal aufgefallen wie sich die Zuhörer nach der Präsentation gähnend strecken und recken? Mich erinnert es meist eher an das morgendliche Aufwachen, als an das mitreißende, angekündigte Kick-off. Wenn ich nun die ersten beiden Empfehlungen ernst nehme und den Präsentierenden wieder in den Mittelpunkt stelle, dann sehe ich, zumindest bei kleinen Gruppen, keinen Grund warum ich auf Powerpoint oder andere Präsentationstechniken wie z.B. PRÄZI zurückgreifen sollte. Empfehlung Nummer drei ist also: Stellen Sie sich vor Ihr Publikum, präsentieren Sie sich und nutzen die klassischen Medien wie Flipchart und Pinnwand um die Kernaussagen zu visualisieren. Tun Sie dies in einem tageslichtdurchfluteten Raum und halten Sie Kontakt zu Ihren Zuhörern. Viel Erfolg!