Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Motivation von Mitarbeitern

5. April 2011 von Peter Rathsmann

„Die Motivation von Mitarbeitern ist eine der zentralen Führungsaufgaben.“

Laut Wilhelm Backhausen „stellt diese immer wieder erhobene Forderung letztlich einen Beitrag zur Demotivation und Entwertung von Mitarbeitern dar, da diese nicht als „Partner auf Augenhöhe“ betrachtet werden, sondern als zu „schmierende Maschinen“ (oder doch Personen?)“ Wilhelm Backhausen widmet dem Thema Motivation sieben interessante Seiten in seinem Buch „Management 2. Ordnung“. Er schließt sich der Meinung von SPRENGER (1995) an, dass „die Motivation der Mitarbeiter allein deren eigene Aufgabe ist.“ Zwischen den zwei Grundpolen „Ein Werk gestalten“ und „Den Mangel bewältigen“ unterscheidet Backhausen vier „Makro“-Motive: Sicherheit, Zugehörigkeit, Differenzierung und Wirksamkeit. Alle vier Motive seien „in allen Situationen bei allen Personen „virulent“, wenn auch in unterschiedlicher Gewichtung ….“ Im Sinne radikalmarktwirtschaftlicher Orientierung geht Backhausen davon aus, dass „Mitarbeiter gleichsam automatisch darauf achten, wie weit die zu übernehmende Tätigkeit und die dafür einzugehende Mitgliedschaft in einer Organisation die Chance bietet, ihre Makromotive leben zu können.“ Aus Process One-Sicht verwenden Führungskräfte nach wie vor zu viel ihrer knappen Führungszeit für die fragwürdige und häufig kontraproduktive Motivierung und kurzlebige Incentivierung ihrer Mitarbeiter, die deren Eigenverantwortlichkeit mit Sicherheit nicht steigern. Dagegen werden relevante Motivationsbarrieren, die Engagement und Leistungsbereitschaft einschränken, nicht wahrgenommen (aufgrund blinder Flecken und nicht vorhandener Feedbackkultur von unten nach oben). So werden unbewusst und unwissentlich große Motivationspotenziale verschenkt. 

Quelle: Wilhelm Backhausen: Management 2. Ordnung, Gabler Verlag