Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Positive Leadership. Eine Studie zum Führungsverhalten österreichischer Führungskräfte

21. Februar 2009 von Dirk Gouder
September/Oktober 2008 (gem. mit Karmasin Motivforschung) Die Studie liefert Begründungen, warum Führungskräfte in die Krise geraten sind und offenbart einen längst fälligen Perspektivwechsel. Autorin dieser Studie ist Dr. Ruth Seliger  Die Ergebnisse dieser Studie reflektieren auch unsere Erfahrungen mit Organisationen im Umgang mit Führung. (vgl. Führungsentwicklung) Die folgenden Ergebnisse und Informationen sind einer Presseerklärung entnommen. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die Autorin

I. Quintessenz der Studie:

• Führung wird zu oft „aus dem Bauch heraus" betrieben und zu selten auf der Basis fundierten Wissens. • In Unternehmen wird viel kommuniziert, aber wenig Klartext gesprochen. • Führung wird als ein Phänomen der „Persönlichkeit" verstanden, nicht als ein Organisationsphänomen. Konsequenzen: • Führung ist eine professionelle Aufgabe, die gelernt werden muss. • Organisationen müssen Bedingungen schaffen, die gute Führung ermöglichen und gutes Führungsverhalten als vorteilhaft zeigen. • Führungsinstrumente müssen auf ein Unternehmen und seine Aufgaben genau zugeschnitten werden. Studie, Positive Leadership. Eine Studie zum Führungsverhalten österreichischer Führungskräfte September/Oktober 2008, umfangreiche Online Befragung, 3000 Adressen, 520 Teilnehmer, 367 vollständige ausgefüllte Fragebögen, Karmasin Motivforschung Die Krise ist da, das Wort Gier in aller Munde. Von Heuschrecken und Raubtieren ist die Rede. Vom Versagen der Wirtschaftskapitäne. Und von der „Blindheit‘" der Kontrollorgane. Ob uns das weiterhilft? Nein, meint die Führungsexpertin Dr. Ruth Seliger von TRAIN Consulting: „Wir müssen uns endlich damit beschäftigen, wie Führungs-Verhalten in Organisationen konkret aussieht - und nicht damit, welche Führungs-Eigenschaften Manager haben (sollen) - oder nicht!" Führung hat nur bedingt mit Persönlichkeitsmerkmalen, wie „Charisma" zu tun, so Seliger. Führung den psychologischen Eigenheiten von Personen zu überlassen ist so fahrlässig wie die Finanzmarktkrise der Selbstregulation.  

II. Weitere interessante Erkenntnisse aus der Studie: 

1. Die Führungskräfte zeigen sich einerseits überzeugt von ihrer Führungskompetenz, andererseits sind  sie etwa nur zu 15% der Meinung, dass sie sich „immer genau überlegen, warum (sie) bestimmte Führungsinstrumente einsetzen“. Oder dass sie gar nur zu 22% „entscheiden, wenn sie ausreichend Informationen über eine allfällige Entscheidung eingeholt haben“. Man fragt sich, auf Grund welcher Parameter der große Rest seine Entscheidungen trifft…  2. Die Führungskräfte haben zu 76% Freude daran, „Dinge zu gestalten und zu verändern“, aber nur „28% kalkulieren bei Handlungen immer das Risiko mit ein“. Kaum mehr (29%) „orientieren sich an den Führungszielen (ihrer) Organisationen“.  3. Dass das alles an die Nieren geht, zeigt sich daran, dass nur 21% angeben, „es ginge ihnen auch in Stressituationen gut“. Zumal „Erfolge“ nur bei 24% der Befragten „regelmäßig in Unternehmen analysiert“ würden. Und dass nur bei 31% aller Befragten „Fehler ein Anlass für Entwicklungen“ sind, überrascht an dieser Stelle auch nicht mehr.  Fazit: Nur 18% der Befragten geben an, mit ihrer Führungsleistung zufrieden zu sein.  III. Woran liegt das? Welche Missverständnisse prägen unser Verständnis von Führung?  Missverständnis 1:  Wer Führung mit Führungskräften verwechselt und auf die Personen reduziert, blendet einen wesentlichen Teil von Führung aus. Kein Wunder, wenn die verkürzte Sicht Führungskräften zu schaffen macht und diese sich die gesamte Last auf ihre Schultern laden. Führungskräfte bezeichnen Ihre Position dann als „Knochenjob“, ihr Gehalt als „Schmerzensgeld“.   Missverständnis 2:  Wer an Führung denkt, hat oft das Bild von Führungskräften im Kopf, die Mitarbeitern etwas anordnen, das diese ausführen. Wer Führungserfahrung hat weiß jedoch, dass Führung kein linearer, sondern ein zirkulärer Prozess ist: Mitarbeiter „führen zurück“, indem sie nur unter gewissen Bedingungen Aufträge ausführen. Wer auf das lineare Modell setzt, fühlt sich bald erfolglos.   Missverständnis 3:  Wer mit Führungskräften zu tun hat, bekommt oft zu hören: „Wann soll ich denn führen, ich habe doch soviel zu tun!“ Für Führungskräfte und Organisationen ist Führung oft das, was man tut, wenn sonst nichts ansteht. Führungskräfte werden nämlich in kaum einer Organisation an ihren Führungsleistungen gemessen, sondern immer an ihren operativen Ergebnissen. Dabei ist Führung die einzige Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg.  Missverständnis 4:  Menschen bemühen sich um Spitzenfunktionen, weil sie diese mit Heldentum, Macht, persönlicher Performance assoziieren. Der Charakter von Führung gleicht jedoch jener von „Hausfrauenarbeit“: kontinuierliches Putzen, Ordnen, Versorgen. Da sich die Führungskräfte nicht für einen Hausfrauenjob beworben haben, sondern für einen „Heldenjob“, entsteht ein Zwiespalt, der Leid schafft.