Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Tools & Elemente “New Work Order” – 1. Shadowing

20. Juni 2016 von Henning Keber
Der Artikel „New Work Order - auch einfach mal ausprobieren“ vom 9. Mai 2016 stellte den Auftakt einer Reihe dar, in der wir Tools & Elemente vorstellen, durch deren Anwendung und Erprobung Unternehmen die relevanten organisationalen Kernkompetenzen von Agilität entwickeln können. Das Element „Shadowing“ begegnet uns auch in anderen Beratung-Settings. Im Bereich des Individualcoachings hilft es beispielsweise, Probleme und Unzulänglichkeiten zu identifizieren, die für den Coachee selbst (noch) blinde Flecken sind. Ersetzt man nun Coachee durch Kunde (im weiteren Sinne), so ist das Element unseres Erachtens gut geeignet, die Wahrnehmungsfähigkeit zu entwickeln. Im Kern geht es darum, den Kunden bei der Bewältigung seiner Alltagsherausforderungen zu beobachten („über die Schulter schauen“) und sich selbst ein Bild und einen Eindruck der „Realität“ zu verschaffen. Nicht selten ist der Betroffene nur schwerlich in der Lage, bewusst zu formulieren, was ihm tatsächlich einen Zusatznutzen stiften oder welchen Problemen er sich gegenübersieht, deren Lösung er als wertvoll und hilfreich erachten würde. Das eigene „Hinschauen“ begegnet uns auch im Design Thinking (Verstehen & Beobachten) sowie im japanischen Management-Ansatz „Genchi Genbutsu“ („Geh und sieh‘ selbst!“), um die richtige Entscheidung zu finden. Wie wär’s also, wenn Sie bei Gelegenheit mal mit Ihrem Team eine Bestandsaufnahme Ihrer wichtigsten internen und externen Stakeholder machen und diese dann anschließend um Erlaubnis bitten, ihnen im Rahmen eines Shadowings in verschiedenen, relevanten Arbeitskontexten mal bei der Arbeit über die Schulter schauen zu dürfen? Wenn Sie anschließend die Beobachtungen im Team zusammenführen und analysieren, die gewonnenen Erkenntnisse diskutieren sowie die angemessenen Ableitungen dazu vereinbaren? Den Umsetzungsaufwand hierfür schätzen wir als relativ gering ein. Der Nutzen jedoch wird aller Voraussicht nach den Aufwand um ein Vielfaches übertreffen. Losgelöst von der Tatsache, dass die Erkenntnisse aus der Anwendung des Elements „Shadowing“ durchaus auch in die Entwicklung anderer organisationaler Kernkompetenzen fließen können. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Anwenden und Probieren!