Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Traditionen und Gewohnheiten in sozialen Systemen

24. Februar 2014 von Henning Keber
gewohnheitenDas Problem mit den Gewohnheiten und Traditionen ist, dass sie sich verselbständigen und quasi im „Autopilot-Modus“ in die Welt kommen. Warum es sinnvoll sein könnte, Gewohnheiten in sozialen Systemen zu überprüfen, stellen Gary Hamel und C.K. Prahalad in ihrem Buch „Competing for the future“ anhand einer eingängigen Szene dar: Vier Affen wurden in einen Käfig gebracht. In der Mitte stand ein Pfahl, an dessen Ende ein Bündel Bananen lockte. Sobald ein Affe der Verlockung nicht mehr widerstehen konnte, hochkletterte und nach den Bananen griff, bekam er eine eiskalte Dusche aus einem versteckten Duschkopf verpasst. Eine gewisse Zeit lang versuchten auch andere Affen ihr Glück, wurden jedoch ebenfalls eiskalt erwischt und als „lessons learned“ stellte sich die Erkenntnis ein, den Pfahl und die Bananen zu meiden. Diese Entscheidung war die Grundlage der Gewohnheit. Nun wurde ein Affe ausgetauscht und als der Neue versuchte, nach den Bananen zu greifen, rissen ihn die anderen zurück. Nach und nach wurden auch die anderen Affen ausgetauscht, die Tradition wurde jedoch von den „Alten“ an die „Neuen“ weitergegeben. Selbst als keiner der ursprünglichen Affen mehr im Käfig und auch der Duschkopf mittlerweile stillgelegt war, lebte die Tradition weiter und die „Kultur der Pfahlvermeidung“ war entstanden, in der kein neuer Affe mehr Erfahrungen mit den verlockenden Bananen machen konnte.