Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Vom Vorteil des Teilens oder – wie sich die Lücke zwischen Strategie und Ergebnissen schließen lässt

14. April 2014 von Sven Fissenewert
Hans H. Hinterhuber, der Grandseigneur der österreichischen Betriebswirtschaftslehre hat sich in seinem neuen Buch einem wohlbekannten unternehmerischen Phänomen gewidmet - der Schwergängigkeit der strategischen Maschine, oder, genauer gesagt: dem Nichtvorhandensein des Transmissionsriemens zwischen Topmanagement (dem klassischen Ort der Strategieentstehung) und nachfolgenden Führungsebenen (wo aus den strategischen Setzungen Aktionspläne, Projekte, Aufgabenpakete werden). Hinterhuber sieht diesen, bis heute vieler Orten anzutreffenden, Top-down Modus als gescheitert an. Die erfolgreiche Umsetzung der Unternehmensstrategie kann nur auf der Basis einer kollektiven Anstrengung auf allen Hierarchieebenen erreicht werden. Welcher Führungsstil, welche Haltung der Führenden ist die Voraussetzung für ein Gelingen einer solchen Vorgehensweise? Hier wird Hinterhuber (überraschenderweise) bei dem Militärstrategen Helmuth von Moltke (1800-1891) fündig, der dem klassischen Prinzip von Befehl und Gehorsam das der „Führung mit Direktiven“ entgegensetzt. Es folgt der Einsicht, dass der taktischen und operativen Expertise der mittleren Führungsebenen bei der Umsetzung von strategischen Vorhaben unbedingt Rechnung zu tragen ist. So erkannte von Moltke bereits sehr früh die Limitierungen der zentralen Führung beispielsweise eines Napoleon Bonapartes wenn er schreibt, dass in einem chaotischen und kriegerischen Umfeld (heute würde man das als volatil bezeichnen) ein solch zentralisiertes Führungsgeschehen den sicheren Weg in die Niederlage markiert. Übersetzt in die Jetztzeit richtet Hinterhuber den Apell an die Topmanager: Verabschiedet euch von den einsamen Entscheidungen, lasst eure Führungsebenen an euren klar kommunizierten strategischen Absichten teilhaben, fördert Eigeninitiative und unternehmerisches Mitdenken und hört auf das Feedback eurer Umsetzungsexperten vor Ort. Und – Führung ist keine Aufgabe einzelner, sondern das wohlorchestrierte Zusammenspiel der Verantwortlichen im Unternehmen. Mein Fazit: Manche Erkenntnisse sind zwar schon vor langer Zeit in die Welt gekommen, aber deswegen kein bisschen veraltet. Hier der Link zum Buch: Führen mit strategischer Teilhabe. Wie sich Lücken zwischen Strategie und Ergebnissen schließen lassen.