Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Was Hänschen nicht lernt…

6. August 2012 von Lucas Lossen

...eine Schule begegnet den Leadership-Herausforderungen von Morgen

„Eine künftig erfolgreiche Führungskultur, die die Potenziale der Mitarbeiter wertschöpft, braucht denselben Geist, den wir (…) leben: weg von Macht und Kontrolle, hin zu Wertschätzung und Vertrauen. Unsere Wirtschaft braucht immer weniger fleißige Pflichterfüller, sondern Menschen mit Verantwortung und Innovationsgeist.“ Wenn Margret Rasfeld über die Schüler der Zukunft spricht, argumentiert sie mit Herzblut: Das alte Bildungssystem sei von vorgestern, es gehe um knallharte Selektion und das „Produkt“ – die Absolventen einer solchen Schule seien über die Jahre „systemisch angepasst“ worden. Die Schulleiterin der Evangelischen Schule Berlin-Zentrum (esbz) geht einen anderen Weg: Um mehr „Querdenker mit Gestaltungskompetenz“ in die Welt zu bringen, will sie den „behäbig handelnden Dampfer der Bildungsbürokratie“ als schnellbootartiges Beispiel überholen. Die Methoden sind ebenso überraschend wie – wenn man ihren Berichten Glauben schenken mag – effektiv: Um aus einer „ich muss“-Kultur hin zum „ich kann“ zu kommen werden Werte wie Selbstverantwortung, Innovationsgeist, Vertrauen im Konzept des „Supportive Leadership“ etabliert. Die Beziehung Klassenlehrer-Schüler steht hierbei im Vordergrund und ist notwendige Voraussetzung um den festgeschriebenen Lehrplan durch den individuellen und vom Schüler weitestgehend selbstverantworteten „Lernpfad“ zu ersetzen. Klassen- und altersübergreifendes Lernen in „Lernbüros“ ermöglicht die gegenseitige Unterstützung. Hat ein Schüler eine Frage, wendet er sich zuerst an seine Mitschüler – dann erst an den Lehrer. Welcher Stoff wann gelernt wird liegt ebenfalls in der eigenen Verantwortung des Schülers – ja sogar beim Prüfungstermin kann er mitentscheiden. Die verantwortliche Vorbereitung auf die Zukunft macht sogar am Schultor nicht halt: in Projekten wie „Verantwortung“ oder „Herausforderung“ sind die Kinder und Jugendlichen aufgerufen zivilgesellschaftliches Engagement zu zeigen oder sich an ihre eigene Grenze zu bringen. „…hallo, Echo?!“ …klingt irgendwie bekannt, oder? Sind es nicht Ansätze und Methoden, Werte und Entwicklungsrichtungen, die uns aus der Führungs- und auch Teamentwicklung allzu gut bekannt sind? Wir können gespannt sein auf die Führungskräfte dieser neuen Generation, die vielleicht so viel an Werkzeug im Gepäck haben, uns als Berater von heute auf morgen arbeitslos zu machen. Das Interview mit Margret Rasfeld ist im „enorm“-Magazin, Nr. 2/2012 ab Seite 70 zu lesen. Und noch mehr erfahren Sie im Buch „EduAction“, das sie mit Peter Spiegel im Murmann Verlag veröffentlicht hat.