Leadership Development

Blog zum Thema Führung und Führungsentwicklung der Process One Consulting GmbH

Was mache ich hier eigentlich? Dimensionen von Führung

6. Januar 2020 von Carsten Waider

Führungskräfte in Organisationen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen den Erwartungen und Anforderungen Ihrer Organisation, ihrer Mitarbeiter, ihres privaten Umfeldes sowie ihrer eigenen Erwartungen und Ziele. Dies führt zu der Herausforderung, immer wieder neu entscheiden zu müssen, wo ich als Führungskraft meine Zeit und Energie investiere und wo gerade nicht: „Tue ich gerade die richtigen Dinge?“

Ein aus unserer Sicht einfaches und praktisches Modell, um sich in einem ersten Schritt dieser Fragestellung zu nähern und bewusstere Entscheidungen zu treffen sind die „Dimension von Führung“. (In Anlehnung an Ruth Seliger, Das Dschungelbuch der Führung)

Das Modell unterscheidet 3 unterschiedliche Dimensionen von Führung (Selbstführung, Personenführung, Organisationsführung) , ergänzt um eine Dimension, die bei den meisten Führungskräfte ebenfalls auf der Tagesordnung steht: operatives Tagesgeschäft selbst erledigen. Hiermit sind Aufgaben gemeint, die ich auf Basis meiner fachlichen Expertise in einem bestimmten operativen Bereich selbst erledige(, z.B. als Leiter einer technischen Abteilung selbst an technischen Themen, Problemlösungen, Neukonstruktionen etc. arbeiten oder als Verkaufsleiter selbst mit Kunden verhandeln).

Auf Ebene der 3 Dimensionen von Führung gibt es zwei weitere Perspektiven, nämlich die kurzfristige und die längerfristige Perspektive mit jeweils unterschiedlichen Aufgaben und Fragestellungen


Selbstführung

Selbstführung beinhaltet im Wesentlichen zwei Komponenten:

+ die eigene Arbeit gestalten: Selbst- und Zeitmanagement

+ die eigene Person führen: Selbstreflexion mit

Fragen zu meinem Selbstbild (z.B. Was ist mir im Leben und meiner Arbeit wirklich wichtig? Welches sind meine persönlichen Ziele im Leben, in meiner Arbeit, in meiner Entwicklung? Wie geht es mir gerade? Wie gehe ich mit mir und meinen Ressourcen um? ...?)

Fragen zu meinen privaten Rollen (z.B. Wie geht es mir gerade in meiner Rolle als Mutter, Vater, Ehepartner, Freund? Wie sieht meine Life-Balance aus? Kommt gerade etwas zu kurz? ...?

Fragen zu meinen Berufsrollen (z.B. Was erwartet meine Organisation von mir – und ich von ihr? Wie wirksam bin ich in meiner Rolle als Führungskraft? Tue ich gerade die richtigen Dinge/Setze ich gerade die richtigen Prioritäten? …?)


Führen von Personen

Bei der Führung von Personen geht es um die direkte Interaktion mit Einzelpersonen und Teams/Gruppen um Erwartungen, Rollen, Aufgaben, Befugnisse etc. transparent zu machen, Ziele zu definieren und für Entscheidungen zu sorgen. Aufgaben in dieser Dimension sind z.B. Feedback geben, Ziele vereinbaren, Projekte delegieren, Entwicklungsgespräche führen,…


Führen der Organisation

Hierbei geht es um die Erfolgssicherung des eigenen Verantwortungsbereichs durch das Planen, Zuordnen und Gestalten von Ressourcen (Budgets, Personal,…), Strukturen, Prozessen, Strategien, Organisationale Ziele in Form von Kennzahlen/KPI´s formulieren und nachverfolgen, Purpose/Sinn, Zukunftsbild/Vision formulieren, Priorisierungen vornehmen, Strukturelemente (z.B. Honorierungssysteme) gestalten,…


Und nun?

Eine Möglichkeit, diese Struktur praktisch für sich zu nutzen besteht darin, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie sich aktuell meine wöchentliche/monatliche Arbeitszeit auf die 3 Dimensionen von Führung und das operative Tagesgeschäft verteilt. Im Anschluss bieten sich z.B. folgende Reflexionsfragen an:

+ Wie zufrieden bin ich mit der aktuellen Verteilung?

+ Passt die aktuelle Verteilung meiner Arbeitszeit zu meinem eigenen Verständnis meiner Rolle, meinen Erwartungen und Zielen?

+ Passt die aktuelle Verteilung zu den Erwartungen und Zielen meiner und an meine Organisation?

+ Was kommt gerade zu kurz bzw. fällt komplett „hinten runter“?

+ Was hatte ich mir vorgenommen? Was habe ich tatsächlich getan?

+ Wie ist es dazu gekommen? Gibt es wiederkehrende Ursachen?

+ Möchte ich etwas an der Verteilung ändern – wenn „ja“, was genau?

+ Was kann ich selbst ändern?

+ Mit wem sollte ich worüber reden?

+ Was wäre ein erster guter Schritt?


Bewusstheit darüber, in welchen Dimensionen ich meine knappe Zeit investiere ist der erste Schritt dahin, in einem nächsten Schritt bewusst und aktiv zu entscheiden, wo meine Zeit gerade am besten bzw. effektivsten investiert ist, wohl wissend, dass ich nie alle Dimensionen zu 100% bedienen kann. Einen Link zu unserem Arbeitsformular finden Sie hier.
Veröffentlicht in:
Allgemein