Vom Vorteil des Teilens oder – wie sich die Lücke zwischen Strategie und Ergebnissen schließen lässt

14. April 2014 von Sven Fissenewert

Hans H. Hinterhuber, der Grandseigneur der österreichischen Betriebswirtschaftslehre hat sich in seinem neuen Buch einem wohlbekannten unternehmerischen Phänomen gewidmet – der Schwergängigkeit der strategischen Maschine, oder, genauer gesagt: dem Nichtvorhandensein des Transmissionsriemens zwischen Topmanagement (dem klassischen Ort der Strategieentstehung) und nachfolgenden Führungsebenen (wo aus den strategischen Setzungen Aktionspläne, Projekte, Aufgabenpakete werden).

Hinterhuber sieht diesen, bis heute vieler Orten anzutreffenden, Top-down Modus als gescheitert an. Die erfolgreiche Umsetzung der Unternehmensstrategie kann nur auf der Basis einer kollektiven Anstrengung auf allen Hierarchieebenen erreicht werden. Welcher Führungsstil, welche Haltung der Führenden ist die Voraussetzung für ein Gelingen einer solchen Vorgehensweise? Lies den Rest des Artikels »

Führungszitat des Monats

07. April 2014 von Kirsten Niechcial

NapoleonWas soll das heißen – die Umstände? Ich bestimme, welche Umstände herrschen.

Napoleon I. Bonaparte (1769-1821)

Das kleine ABC der Manipulation (?)

31. März 2014 von Henrik Esper

InfluenceBeim Durchblättern einer Ausgabe von „ManagerSeminare“ (August 2013) stieß ich auf einen Beitrag von Volker Kitz mit dem Titel „Sympathie schlägt Argument“. Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass der Versuch, Menschen mit rationalen Argumenten zu überzeugen und zu Dingen zu bewegen, im Vergleich mit dem „subtileren“ Weg, über Sympathie andere für die eigenen Anliegen zu gewinnen, häufig schlecht abschneidet.

Kitz gibt an dieser Stelle auch „praktische Tipps“ dazu, wie man Sympathie wecken kann. Wo hier die Grenze zwischen Manipulation und „sich gut verkaufen“ und „offen auf andere Menschen zugehen“ verläuft, mag jeder für sich selbst entscheiden. Lies den Rest des Artikels »

sechsseiten – Ausgabe 07-1

24. März 2014 von Sven Fissenewert

Orientierung – Wirtschaft wohin?

Ein Lagebericht

„Was an der Wirtschaft nicht stimmt, stimmt an der Gesellschaft nicht.“

Tibor Scitovskys, Ökonom, 1910–2002

Titelbild_07-1Das ökonomische Prinzip ist heute zum unüberschreitbaren Sinnhorizont unseres Lebens geworden. Während frühere gesellschaftliche Debatten um die Frage kreisten, welche Gesellschaftsform dem Menschen am besten diene, hat mittlerweile ein Kalkül die Oberhand gewonnen, das der schlichten Logik folgt: Das beste Gesellschaftsmodell ist jenes, das der Ökonomie am meisten nützt. In der Politik findet man dieses ökonomische Prinzip in Form von „alternativlosen“ Entscheidungssituationen; auf der Ebene des Individuums beispielsweise in Formen zunehmender Selbstoptimierung, nicht zuletzt, da der Einzelne kaum mehr auf eine soziale Absicherung durch die Gemeinschaft setzen kann.

Zwei prominente Positionen

Diese Entwicklungen bieten Anlass, zu fragen, wo genau wir gerade stehen; uns einen Überblick zu verschaffen und dabei mögliche weitere Szenarien künftiger Entwicklungen in den Blick zu bekommen. Dabei wollen wir exemplarisch zwei interessante Positionen skizzieren, die aktuell in der Diskussion sind. Schauen wir uns an, was der FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher und der Chefökonom der größten tschechischen Bank, Tomáš Sedláček, zu sagen haben.

Schirrmacher: Homo Oeconomicus – Wesen ohne Moral

Schirrmacher zufolge ist das, was wir heute in der Wirtschaft erleben und was uns bis in unser Denken und Entscheiden hinein beeinflusst, das Ergebnis eines Prozesses, der in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts begann. Lies den Rest des Artikels »

Bonus fürs Faulenzen – Verkehrte Welt?!

17. März 2014 von Lucas Lossen

faulenzenUnternehmen fordern Selbstführung ihrer Angestellten

Eine der anspruchsvollsten Führungsaufgaben ist das Führen der eigenen Person – das bestätigen uns Führungskräfte immer wieder. Umso erstaunlicher ist, dass Unternehmen noch immer nur sehr zögerlich dieser Tatsache ins Auge sehen und ihre Führungskräfte hier gezielt unterstützen. Ganz fremd scheint aber in unserer Unternehmenslandschaft der Gedanke, die eigene Führungskraft für deren Selbstmanagement zu bezahlen!

Einen gegenläufigen Trend beobachten wir allerdings in den USA. Der selbstverantwortliche Umgang mit der Ressource Zeit ist im Silicon Valley bereits Kulturelement. Die Mitarbeiter des IT-Dienstleisters Evernote, beispielsweise, werden dafür bezahlt, Urlaub zu nehmen! Mehr noch: sie brauchen garkeinen Urlaub zu nehmen, weil Arbeitszeit dort schlicht nicht existiert. Jeder Mitarbeiter, ob mit oder ohne Führungsverantwortung, teilt sich seine Zeit frei ein und macht Urlaub soviel er mag – Stempeluhr, Urlaubsantrag und Überstundenzettel existieren nicht.

Der Effekt ist erstaunlich: statt über die Maßen auf der faulen Haut zu liegen, bleibt kaum einer zuhause oder verreist gar. Um die Eigenmotivation und Life-Balance der Mitarbeiter zu erhalten lockt die Unternehmensführung nun mit einer erstaunlichen Belohnung: jeder der mindestens eine Woche im Jahr Urlaub macht, erhält einen Bonus von 1000 Dollar…

Weitere Beispiele zum innovativen Umgang mit der Arbeitszeit in Organisationen lesen Sie im Beitrag des Spiegel Online.

Going off the rails – Führungskräfte im Höhenflug

10. März 2014 von Petra Opitz

hoehenflugWie sehr Führungskräfte von Erfolg und Macht beeinflusset werden können und dann in Höhenflügen enden, ohne es selbst zu merken, beschreibt anschaulich der folgende Artikel aus der Novemberausgabe des “The Economist”. Er zeigt auf, wozu dauerhafte Selbstüberschätzung des Top-Managements führen kann und wie wichtig es ist, Instrumente zu finden, sich selbst immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu rufen: GoingOffTheRails

Führungszitat des Monats

03. März 2014 von Kirsten Niechcial

JackWelchMein Job war es, Talente zu entwickeln. Ich war der Gärtner, der Wasser und andere Nahrung für unsere besten 750 Leute bereitstellte. Natürlich musste ich auch etwas Unkraut rupfen.

Jack Welch (*19.11.1935), ehem. CEO General Electric (1981-2001)

Traditionen und Gewohnheiten in sozialen Systemen

24. Februar 2014 von Henning Keber

gewohnheitenDas Problem mit den Gewohnheiten und Traditionen ist, dass sie sich verselbständigen und quasi im „Autopilot-Modus“ in die Welt kommen.

Warum es sinnvoll sein könnte, Gewohnheiten in sozialen Systemen zu überprüfen, stellen Gary Hamel und C.K. Prahalad in ihrem Buch „Competing for the future“ anhand einer eingängigen Szene dar:

Vier Affen wurden in einen Käfig gebracht. In der Mitte stand ein Pfahl, an dessen Ende ein Bündel Bananen lockte. Sobald ein Affe der Verlockung nicht mehr widerstehen konnte, hochkletterte und nach den Bananen griff, bekam er eine eiskalte Dusche aus einem versteckten Duschkopf verpasst. Eine gewisse Zeit lang versuchten auch andere Affen ihr Glück, wurden jedoch ebenfalls eiskalt erwischt und als „lessons learned“ stellte sich die Erkenntnis ein, den Pfahl und die Bananen zu meiden. Diese Entscheidung war die Grundlage der Gewohnheit.

Nun wurde ein Affe ausgetauscht und als der Neue versuchte, nach den Bananen zu greifen, rissen ihn die anderen zurück. Nach und nach wurden auch die anderen Affen ausgetauscht, die Tradition wurde jedoch von den „Alten“ an die „Neuen“ weitergegeben. Selbst als keiner der ursprünglichen Affen mehr im Käfig und auch der Duschkopf mittlerweile stillgelegt war, lebte die Tradition weiter und die „Kultur der Pfahlvermeidung“ war entstanden, in der kein neuer Affe mehr Erfahrungen mit den verlockenden Bananen machen konnte.

 

Führen in der Veränderung XXL – 20 Empfehlungen für optimales Scheitern

10. Februar 2014 von Reinhard Schmitt

Es scheint, als nähme die Zahl gleichzeitig durchgeführter Veränderungsvorhaben in Unternehmen stetig zu – mit erheblichen Auswirkungen auf die geforderte Führungsleistung. “Worauf sollte Führung in Organisationen, die von einer Vielzahl tiefgreifender Veränderungen betroffen sind, besonders achten? Was sind typische Fallen, die es zu vermeiden gilt?” Mit diesen Fragen beschäftigen sich Personalleiter eines Industriekonzerns, die mich diesbezüglich im Rahmen eines Vortrags um ein ‘Position Statement’ baten.

Angeregt von Prof. Kruse und seinen ’8 Regeln für totalen Stillstand im Unternehmen’ (hier das Video auf youtube) stellte ich meine ganz persönlichen ’20 Empfehlungen für optimales Scheitern’ zusammen:

  1. Missachten Sie bei der Zielformulierung für Veränderungsprojekte konsequent das SMART-Prinzip!
  2. Messen Sie Projekte stets am konzeptionellen Ergebnis und niemals am Umsetzungserfolg!
  3. Drängen Sie Veränderungsprojekte dazu, möglichst rasch umfassende Ergebnisse zu liefern!
  4. Erlauben Sie jedem Veränderungsprojekt, seine Projektstandards selbst festzulegen!
  5. Vermeiden Sie es rigoros, Beteiligte zu Betroffenen zu machen!
  6. Bringen Sie das Ping-Pong-Spiel der Schuldzuweisungen im Spannungsfeld zwischen Veränderungsbereitschaft, -fähigkeit und -möglichkeit zur Perfektion! Lies den Rest des Artikels »

Führungszitat des Monats

03. Februar 2014 von Kirsten Niechcial

Führung bedeutet, andere den Wunsch haben zu lassen, etwas zu tun,
von dem man überzeugt ist, dass es nötig ist.

Vance Packard (1914-96)
amerik. Journalist u. Sozialkritiker