Wird schon schiefgehen…

26. Januar 2015 von Dr. Reinhard Schmitt

… so lautet der Titel eines einleitenden Artikels des von mir sehr geschätzten Autors Wolf Lotter in der November 2014 Ausgabe von brandeins mit dem Themenschwerpunkt “Scheitern”.

Zwei Kostproben:

“Wer ökonomisch handelt, ist immer der Dumme: Entweder er gewinnt – dann ist es Ausbeutung. Oder er verliert, dann ist er über seine Habgier gestolpert. Es herrscht die merkwürdige Vorstellung, dass der, der handelt und entscheidet und damit ein Risiko eingeht, mit dem er auch scheitern kann, der Gewissenlose ist. Dem steht der Typus des scheinbar unbeteiligten Betrachters gegenüber, der die ganze Moral gepachtet hat. Im “Tatort” ist der Chef immer der Mörder – das gehört zum deutschen Kulturgut. Es gibt keine Wechselwirkungen: Es gibt nur den Bösen, der das Scheitern anzieht – und den Guten, der das scheinbar ohne Eigeninteresse moralisch beurteilt. Und man müsse schon wissen, dass man “in einer Betrachterwelt lebt, in der die das Sagen haben, die nicht handeln, sondern urteilen”.

“Betrachtet man die ganz normale Denkweise in der deutschen Wirtschaft, dann stelle ich fest: Wir leben in zwei Welten. In einer ist man sich des Risikos bewusst und spielt nicht damit rum. In dieser Welt geht man mit der Möglichkeit des Scheiterns nüchtern um – und kalkuliert sein Risiko. Das ist die Unternehmerwelt. In der anderen Welt, (…) der Welt der Manager und der leitenden Angestellten, müsse man das Wort Risiko nur aussprechen, und schon gucken alle ängstlich. In der Komfortzone ist Scheitern tabu. Das ist ein seltsamer Widerspruch zur Wirklichkeit. Denn die Leute, die in den vergangenen Jahrzehnten die Glaubwürdigkeit der Marktwirtschaft aufs Spiel gesetzt haben, sind nur in Ausnahmefällen Unternehmer, sondern überwiegend Manager gewesen. Die “Zocker” sind meist bestens abgesicherte, etablierte Manager, deren keineswegs nüchterne Kalkulation das Geld anderer Leute verspielt. Der “Kasinokapitalist” ist ein biederer Angestellter in leitender Position, gut versichert gegen jede Form von Versagen und im Notfall ein Opfer “des Systems”. Gut kalkuliert ist nur der Ausschluss persönlichen Risikos und eigener Verantwortung. Solche Leute scheitern nicht. Sie verlieren.”

Laden Sie hier den kompletten Artikel als PDF runter.

Im Oktober 2010 beschäftigten wir uns in einer Ausgabe der sechsseiten mit dem Thema “Scheitern”. Lesen Sie auch diese Ausgabe hier als PDF.

Die drei besten Tipps für Powerpoint Präsentationen (PPP)

19. Januar 2015 von Volker Dittmann

PowerPointAlle Jahre wieder: Jahresauftaktveranstaltung! Der Chef (und deshalb gehört es in den Leadership Blog) präsentiert im abgedunkelten Zimmer, vor versammelter Mannschaft, auf 68 Seiten die Zahlen/Daten/Fakten des vergangenen Jahres und wagt auf 9 Extraseiten noch einen Ausblick auf das kommende Jahr.

Das anschließende Essen war gut. Doch wie die Zahlen waren, weiß hinterher kaum jemand. Deshalb ist es nun Zeit für die drei besten Powerpoint Tipps!

  1. Reduzieren Sie Inhalt und Design. Gehen Sie sparsam mit Animationen um oder verzichten gleich darauf.

  2. Zeigen Sie immer dann eine komplett schwarze oder weiße Seite, wenn Sie mehr mündlich wiedergeben als auf der Folie steht.

  3. Bei einem Teilnehmerkreis von weniger als 30 Personen – arbeiten Sie mit reichlich Tageslicht und nutzen unterstützend Flipchart und Pinnwand.

Zum ersten Punkt:

Garr Reynolds plädiert in seinem Buch „ZEN oder die Kunst der PRÄSENTATION“  für einfache Ideen zur Gestaltung und zum präsentieren. Es geht darum sorgfältig an der Reduktion aller unwichtigen Elemente zu arbeiten. Aus einer Grafik mit den Ergebnissen der letzten 15 Jahre entfernt er zunächst sämtliche Zahlen und ersetzt diese durch eine rote Trendlinie. Lies den Rest des Artikels »

Putzen Sie noch oder führen Sie schon?

12. Januar 2015 von Henning Keber

Führungsentwicklung und das obere Management

schwarmJe nachdem, liebe Leser, aus welcher organisationalen Perspektive Sie diesen Artikel lesen, könnten Sie sich mehr oder weniger getroffen fühlen. Er beschäftigt sich mit den sogenannten “alten Hasen”, den “grauen Eminenzen” und “Silberrücken” in den Reihen der Führungsmannschaften und dem Ergebnis einer Studie der Hochschule Osnabrück, welche Rolle das obere Management in den Bemühungen zur Führungs(kultur)entwicklung in Unternehmen spielt (siehe hierzu Harvard Business Manager, Oktober 2014).

Im Kern decken sich die Ergebnisse der repräsentativen Studie mit unseren Beobachtungen und Erfahrungen im Rahmen der Beratung und Begleitung von Unternehmen in deren Anstrengungen, Führungs(kultur)entwicklung zu betreiben. Die Befragung von Geschäftsführern, Vorständen und Personalleitern von 351 größeren deutschen Unternehmen zeigte, dass es ein deutliches Gefälle zwischen dem oberen Management einerseits und dem mittleren beziehungsweise unteren Management andererseits gibt, was die Teilnahme an Führungsentwicklungsmaßnahmen betrifft.

Ein Paradoxon, dass uns in unserer Arbeit auch regelmäßig begegnet: die Notwendigkeit und Relevanz eines angemessenen und wirksamen Führungsverhaltens wird von der Unternehmensführung meist erkannt. Die Hauptverantwortung dann jedoch an HR delegiert, ohne sich für die weitere Umsetzung (mit)verantwortlich zu zeigen. Lies den Rest des Artikels »

Führungszitat des Monats

05. Januar 2015 von Kirsten Niechcial

 

Führungsnachwuchs bekommt man nicht in neun Monaten.

Hans Merkle (1913-2000)
Vors. der Geschäftsführung Robert Bosch GmbH

Sie wollen Erfolg? Hören Sie auf positiv zu denken!

17. Dezember 2014 von Sven Fissenewert

RethinkingPositiveThinking1Gabriele Oettingen hat ein bemerkenswertes Buch geschrieben. Es räumt mit einer seit vielen Jahren im Rahmen des Selbstmanagements gelehrten und nicht selten verinnerlichten Position auf, wonach der – wie individuell auch immer gefasste – Erfolg denjenigen unter uns beschieden ist, die sich auf die Kunst des positiven Denkens verstehen.

Die in Deutschland und den USA forschende und lehrende Psychologin fand heraus, dass positives Denken allein (Optimismus, Imagination gewünschter Entwicklungen, Fokussierung auf eigene Träume) Menschen gerade weniger erfolgreich sein lässt.

Diejenigen aber, die sowohl über die Kraft positiver Ideen als auch über ein gesundes Maß an Skepsis verfügen, kamen in den von Oettingen durchgeführten Versuchen ihren persönlichen Wünschen deutlich näher, als die, die einseitig positive Aspekte des Denkens und Fühlens fokussierten. Die Erfolgreicheren verfügen nämlich über ein ausgezeichnetes Gespür für die Hindernisse zwischen dem Hier und Heute und dem zukünftigen Erfolg, Ziel, Glück – und sind eben nicht frustriert, wenn sich der Erfolg nicht sofort einstellt, sondern gewissermaßen vorbereitet, wenn der Weg steinig wird. Dann finden sie bessere Antworten, realistischere Lösungen und kommen so näher an ihr Ziel.

Das Buch „Rethinking Positive Thinking“ von Gabriele Oettingen erschien kürzlich, eine deutsche Übersetzung ist für 2015 angekündigt. Wer mehr erfahren will wird hier fündig www.woopmylife.org

 

sechsseiten – Ausgabe 07-6

11. Dezember 2014 von Henning Keber

Titelbild_07-6Orientierung – Zukunft von Führung: Mit Sinn in Führung gehen

Zukunft von Führung: Das lässt vermuten, dass wir hier den ganz großen Bogen schlagen, ein fundamental neues Konzept vorstellen, eine gänzlich neue Sicht auf das Phänomen und die Funktion von Führung entwerfen und begründen wollen. Doch nichts liegt uns ferner als das. Denn Derartiges träfe weder unsere Beschreibung des Status quo von Führung (weil zu defizitär), noch unser Verständnis von Gestaltungsmöglichkeiten (weil kurz- und mittelfristig begrenzt). Vielmehr wollen wir versuchen, jene Aspekte zu fassen, die aus unserer Sicht als „theoretische Praktiker“ in Zukunft an Bedeutung für Führung – als essenzielle Funktion in Organisationen – zunehmen werden.

Für unseren kleinen Ausflug in die Zukunft von Führung bedarf es zunächst einer Beschreibung der gegenwärtigen Situation. Diese wird weder umfassend noch vollständig sein, sondern lenkt den Blick bewusst schlaglichtartig auf einige sich abzeichnende Entwicklungen, die unseres Erachtens in Zukunft bei der Gestaltung und Ausrichtung von Führung mitgedacht werden sollten.

Effizienzsteigerung in der Sackgasse

Die kontinuierlichen Effizienzsteigerungsprogramme der letzten Dekaden haben ihren Grenznutzen erreicht oder bereits überschritten. Lies den Rest des Artikels »

Führungszitat des Monats

01. Dezember 2014 von Kirsten Niechcial

 

Führen heißt vor allem, Leben in den Menschen wecken, Leben aus ihnen hervorlocken.

Anselm Grün
Benediktinermönch und Autor

Wer im Job Spaß hat arbeitet viel besser

24. November 2014 von Carsten Waider

SpaßImJobFragt man Menschen, was sie glücklich macht, rangiert eine Arbeitsstelle, in der man sich weiterentwickeln kann, in der man wertgeschätzt wird und bedeutungsvolle Dinge verrichtet, ebenbürtig mit “einem stabilen Familienleben und Freunden”.

Im Wirtschaftsteil der “Welt” erschien kürzlich ein Artikel, der Dennis Utter, Chef des Top Employers Institute zitiert und auf verschiedene Studien zum Thema verweist. Genau das macht die Themen „Motivation & Mitarbeiterzufriedenheit“ insbesondere für Organisationen zu spannenden Themen.

Mehr dazu finden Sie im Artikel der Welt sowie auf unserer Homepage.

Generation Null Fehler

17. November 2014 von Carsten Waider

„Wer Angst hat, sich festzulegen, hat Angst, sich zu verfehlen.“

Heinz Bude, Soziologe
und Buchautor

Im folgenden Artikel der Zeit Online wird dies als die eine der prägenden Grundhaltungen der Generation der heute 35 bis 45-Jährigen ausgemacht – die Generation, die das Modell Deutschland an entscheidenden Positionen und mit starken Ideen weiterführen soll… eine Beschreibung, der man – vielleicht auch mit Blick auf sich selbst – nicht unbedingt in allem folgen muss, die aber zum Reflektieren anregt…
Hier steht der Artikel als PDF zum Download bereit.

Führungszitat des Monats

03. November 2014 von Kirsten Niechcial

AnselmGruenFühren heißt vor allem,
Leben in den Menschen wecken,
Leben aus ihnen hervorlocken.

 

 

Anselm Grün
Benediktinermönch und Autor