Mit nur 6 Regeln wird die Arbeit leichter …

30. August 2015 von Dr. Reinhard Schmitt

… behauptet zumindest Yves Morieux, Direktor des BCG Institute for Organization:

  • Regel 1: Verstehen Sie, was Ihre Kollegen tun (jenseits der offiziellen Stellenbeschreibungen)
  • Regel 2: Stärken Sie Integrierer (statt Sie auf ihren Verantwortungsbereich einzunorden)
  • Regel 3: Erhöhen Sie die Machtfülle (statt alles regeln zu wollen)
  • Regel 4: Vergrößern Sie den Schatten der Zukunft (und konfrontieren Sie die Menschen direkt und unmittelbar mit den Konsequenzen ihres Handelns oder Nicht-Handelns)
  • Regel 5: Erhöhen Sie die Gegenseitigkeit (indem Sie den eigenen Erfolg vom Erfolg des Gegenübers abhängig machen und persönliche Komfort-Puffer entfernen)
  • Regel 6: Belohnen Sie jene, die zusammenarbeiten (und rügen Sie öffentlich jene, die es nicht tun)

Yves Morieux nennt seinen Ansatz „Smart Simplicity“ und denkt diesen von heutigen Gegebenheiten in Großunternehmen mit gewachsenen Strukturen aus, was dem Ganzen einen Hauch von Praktikabilität verleiht.

Spannend sind seine Vorschläge zum Umgang mit Verantwortung und der Erzwingung von Zusammenarbeit. Auch seine Erklärung, warum immer mehr Führungskräfte und Mitarbeiter innerlich kündigen oder gar gegen die Interessen der Firma arbeiten, ist ein gedankliches „Nachdieseln“ wert. Alles eine Frage der guten Geschäfte…

Hier das Video (TED Talk, 12 Minuten):
(Schalten Sie unten rechts die deutschen Untertitel ein. Dies könnte sich als hilfreich erweisen.)

LEARN or DIE

10. August 2015 von Peter Rathsmann

learnordieWer hätte geglaubt, dass einer der erfolgreichsten Hedgefonds, Bridgewater Associates, den Idealen einer „lernenden Organisation“ weitestgehend entspricht? Ich nicht.

Umso mehr war ich überrascht, nach meiner langjährigen beraterischen Mitarbeit an organisationalen Kulturthemen diesem lebenden Exemplar einer erfolgreichen – und dazu noch inhabergeführten – Organisation zu begegnen.

Kurzum: wer neue Impulse zum Thema individuelles und organisationales Lernen sucht, wer pragmatische Beispiele für Kulturen sucht, in denen kritisches und  innovatives Denken stattfindet, dem sei das Buch LEARN or DIE von Edward D. Hess und eine kurze Internetrecherche bei den dort untersuchten Fallstudien (z.B. : www.bwater.com) empfohlen. Besonders fasziniert haben mich die provokante Radikalität und die Inhalte zum Thema „Fehlerkultur/Umgang mit Fehlern“.

Ich freue mich auf den Austausch mit begeisterten Lesern.

Führungszitat des Monats

03. August 2015 von Kirsten Niechcial

Du musst jeden Tag entscheiden, wer den Preis
für deine Führung zahlt: du oder deine Leute.

Kevin Leman, Amerik.
Wirtschaftsberater und Autor

Der Weg zur Meisterschaft – ein Buchtipp

29. Juli 2015 von Henrik Esper

perfektUrlaubszeit ist für viele Menschen  – auch Führungskräfte  – Lesezeit.

Wer Lust hat, sich mit dem Thema der eigenen (Karriere-?)Entwicklung zu beschäftigen und sich fragt, wie es Menschen schaffen, über sich hinauszuwachsen, und außergewöhnliche Leistungen und Erfolge zu erringen, dem empfehle ich das Buch “Mastery” des amerikanischen Bestsellerautors Robert Greene. Der Titel der deutschen Ausgabe, “Perfekt! Der überlegene Weg zum Erfolg”, ist etwas irreführend, da es erstens nicht um Perfektion, sondern um “Meisterschaft” geht und es sich zweitens nicht um einen Ratgeber oder ein Selbsthilfebuch mit einfachen (und/oder schnellen) Rezepten oder Checklisten handelt, die einen in kürzester Zeit zum Erfolg führen.

Wer also nach Abkürzungen sucht, wird enttäuscht werden. Wer allerdings glaubt, Genialität und ein besonders hoher IQ seien die Grundvoraussetzungen für außergewöhnlichen Erfolg, könnte ermutigt werden – zumindest, wenn er sich nicht selbst als genial oder IQ-Bestie einstuft….in aller Bescheidenheit.
Im Gegensatz zu den “Ratgebern” zahlreicher Motivationsgurus, die schnelle Lösungen versprechen, beschreibt Greene, wie „der Weg zur Meisterschaft” mit Leidenschaft einerseits und harter, jahrelanger Arbeit andererseits gepflastert ist.

Robert Greene zeichnet anhand der – oft von Fehlschlägen begleiteten – Biographien historischer und zeitgenössischer “Meister ihres Faches” aus völlig unterschiedlichen Gebieten ihre Erfolgswege nach und identifiziert dabei einen mehrstufigen Prozess von der Entdeckung der eigenen “Bestimmung” und “Lebensaufgabe” über die Zeit der Ausbildung bis hin zur “Meisterschaft”. So finden sich spannende Geschichten von Leonardo da Vinci, Wolfgang Amadeus Mozart, Albert Einstein, Benjamin Franklin, Ingmar Bergman bis hin zu Boxtrainer Freddie Roach.

Eine schöne Einführung bietet eine Aufnahme einer Rede von Robert Greene in Oxford. Weitere Infos zum Autor hier.

Metakompetenz Agilität

22. Juli 2015 von Henning Keber

agilität1Traditionelle Konzepte der Organisationsführung gehen von einem weitgehend stabilen Unternehmensumfeld aus, das zwar kompliziert sein mag, in dem die künftigen Entwicklungen und Veränderungen alles in allem jedoch gut prognostizier- und antizipierbar sind. Komplexe Umwelten jedoch zeichnen sich insbesondere durch Intransparenz, Instabilität und Unvorhersehbarkeit aus, in denen die Steuerungsmechanismen der Vergangenheit  nicht mehr die Wirksamkeit entfalten. Unbekannte Anforderungen in Kombination mit unbekannten Technologien zur Lösung der Herausforderungen sind die zentralen Elemente einer komplexen Umwelt. Um in dieser angemessen agieren zu können, benötigen Organisationen eine Metakompetenz: Agilität. Unter Agilität verstehen wir die Fähigkeit von Organisationen, sowohl Veränderungen in den relevanten Umwelten zeitnah wahrzunehmen als auch schnell und flexibel darauf zu reagieren. Lies den Rest des Artikels »

Jetzt ist es amtlich: Das klassische Innovationsmanagement hat ausgedient!

13. Juli 2015 von Sven Fissenewert

Mit Interesse las ich den Artikel „Bloß nicht einverleiben lassen“ meines Kollegen Reinhard Schmitt zum Thema Innovationsblüten und prompt fällt mir ein Beitrag im Harvard Business Manager ins Auge, der von der ISPIM (International Society for Professional Innovation Management) vom Juni diesen Jahres berichtet.

Die Kernaussagen:

  • Aus akademischer Sicht hat das bis heute in Unternehmen verankerte Innovationsmanagement ausgedient
  • Die Art, wie Innovationen in Unternehmen gestaltet und umgesetzt werden wird sich radikal ändern
  • Wer künftig innovativ sein will muss sich von der Idee strukturierter Innovationsprozesse verabschieden.

Den kompletten Artikel lesen Sie hier.

Führungszitat des Monats

06. Juli 2015 von Kirsten Niechcial

AlbertSchweitzer

Ein Beispiel zu geben ist nicht die wichtigste Art, wie man andere beeinflusst. Es ist die einzige.

Albert Schweitzer
Nobelpreisträger

 

 

 

 

 

 

Die wichtigste Frage

22. Juni 2015 von Wigbert Walter

FrageZu Beginn diesen Jahres hat der Harvard Business Manager in seinem Sonderheft Leadership renommierte Wissenschaftler, Vordenker und Manager gefragt: Welches ist Ihrer Meinung  nach die wichtigste Frage, die sich eine Führungskraft stellen sollte. Kurz vor dem zeitlichen Zenit dieses Jahres haben wir einige, aus unserer Sicht relevante, Impulse aus dem Tagesgeschäft gekramt…

So fragt Dietmar Fink, Inhaber des Lehrstuhls Unternehmensberatung und -entwicklung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg vor dem Hintergrund der immer kleiner werdenden Welt, welche uns immer schneller über den Kopf zu wachsen scheint: „Was ist wirklich wesentlich? Und zwar für das Unternehmen, meine Kollegen – und für mich selbst?“ Rückbesinnung auf das was wirklich zählt, sei der beste Weg, Struktur in eine unüberschaubare Welt zu bringen. Für Unternehmen gelte weiter der ökonomische Grundsatz. Umsatz minus Kosten gleich Gewinn. Alles was dieser Gleichung nicht standhalte, könne ein Unternehmen verwerfen… Auch mancher betriebsinterne Konflikt lasse sich handhaben, wenn er man ihn auf das Wesentliche zurückführte: Lies den Rest des Artikels »

Der gute alte William…mal was anderes

15. Juni 2015 von Henrik Esper

Inspirational_LeadershipDurchstöbert man als interessierte Führungskraft das Internet, um sich in Blogs, Foren und anderen Formaten mit neuen (oder alten) Anregungen zum Thema Führung zu versorgen, betritt zum gleichen Zweck (old-school-mäßig) eine Buchhandlung oder schlägt eine Fachzeitschrift auf, so wird man mit einer enormen Fülle an Möglichkeiten konfrontiert – die Auswahl ist schwer.

Der Blick ins Netz sowie in Bücherregale und Manager-Magazine offenbart ein diffuses Konglomerat an Publikationen, die sich entweder auf akademisch-wissenschaftlicher Ebene mit der Thematik auseinandersetzen, in Form von Bio- und Autobiographien an den offensichtlichen Erfolgsmodellen von Vertretern der „Spezies“ Manager und Unternehmern orientieren, erfolgreiche (zuweilen ungewöhnliche) Modelle der Unternehmensführung porträtieren, oder die Erfolgsrezepte und „Weisheiten“ realer Persönlichkeiten oder fiktiver Figuren aus ihrem ursprünglichen Kontext auf Führungs- und Managementkontexte projizieren.

So findet man neben den autobiographischen Werken eines Donald Trump, Jack Welch, Lee Iacocca sowie den Schriften von Führungs-„Gurus“ wie Reinhard Sprenger, den kommentierten Klassiker „Der Fürst“ eines Niccolo Machiavelli, einträchtig vereint mit „Winnie the Pu“ und Till Eulenspiegel. Lies den Rest des Artikels »

Innovationsblüten – bloß nicht einverleiben lassen!

08. Juni 2015 von Dr. Reinhard Schmitt

„Konzerne sind nicht unbedingt die beste Brutstätte für Innovationen, egal wie groß ihre Forschungsabteilungen auch sein mögen. Es fehlen ihnen die Tentakel zum Aufspüren von Forschungsfeldern in einem sehr frühen Stadium. So etwas überlassen sie lieber kleineren Firmen.“

konzern1Diese Auffassung vertritt der Biologe Yuri Gleba, Geschäftsführer der Biotech-Firma Icon Genetics und Kenner beider Welten (siehe brand eins online „Fast eine gerade Linie„). „Für wirkliche Innovation ist freies, manchmal radikales Denken die notwendige Voraussetzung und das fällt den meisten Menschen, die in Großunternehmen arbeiten, sehr schwer. Sie sind eher auf die Vermeidung von Risiken ausgerichtet.“ Anderen wiederum, so Gleba, werde diese Fähigkeit systematisch abtrainiert. Den Topwissenschaftlern etwa, die Konzerne immer wieder anheuern. „Es dauert meist nicht lange, bis solche Leute merken, dass es vor allem darum geht, sich mit den Vorgesetzten gut zu stellen. Sie verfallen in eine Art vorauseilenden Gehorsam. Das Perfide daran ist: Dieser Prozess vollzieht sich so allmählich, dass der Betreffende die Veränderung an sich selbst gar nicht bemerkt.“ Lies den Rest des Artikels »