Leiter der Verantwortung: Opfer oder Täter?

25. Mai 2015 von Peter Rathsmann

Das Bild der Leiter und den Namen “Leiter der Verantwortung” habe ich aus dem amerikanischen Sprachraum entliehen und mit dem bei uns bekannten Konzept von Selbstverantwortung und Wahlfreiheit kombiniert. Das Ergebnis ist ein leicht verständliches und vor allen Dingen einprägsames Modell (sagen unsere Teilnehmer).

Die Verdeutlichung gegenüber Dritten klappt am besten mit einem konkreten, selbst erlebten Beispiel aus dem eigenen Umfeld. In meinem Fall ist es die 17-jährige Tochter, die am frühen Abend via WhatsApp erfährt, dass sie am Folgetag einen unangekündigten Mathetest schreibt und auf mein Nachfragen „und jetzt Marie?“ die einzelnen Stufen durchläuft.

Das Modell zeigt wunderbar, wie wir es immer wieder schaffen, uns in schwierigen Situationen unbewusst zu „Opfern“ zu machen und wie unglaublich schwer es ist, Stufe für Stufe, insbesondere die fünfte, in Richtung „Täter“ zu erklimmen.

LeiterDerVerantwortung

 

Gewachsene Strukturen (be)greifbar machen

18. Mai 2015 von Dr. Reinhard Schmitt

Führen in Zeiten der Veränderung ist von besonderen Herausforderungen geprägt. Die Herausforderungen nehmen überproportional zu, je tiefer die Veränderungen in die Kultur einer Organisation, d.h. in tradierte und teilweise identitätsstiftende Kommunikations- und Arbeitsgewohnheiten hineingreifen. Wir halten es für wichtig, sich mit diesen „gewachsenen Strukturen“ zu befassen, bevor ein tiefgreifendes Veränderungsvorhaben gestartet wird. Bleibt die Frage: Wie lassen sich diese Strukturen überhaupt (be)greifbar machen?

Fritz B. Simon (* 1948), ein Vordenker der systemischen Organisationstheorie, bietet hierfür einen Ansatz. Er vertritt die Auffassung, dass sich die Kultur einer Organisation über Kommunikationsmuster manifestiert. Aus der Beobachtung dieser Muster lassen sich soziale Regeln ableiten. Simon unterscheidet drei Regelarten: Lies den Rest des Artikels »

Das Pinguin-Prinzip

13. Mai 2015 von Henning Keber

 – oder woran es liegt, wenn’s nicht flutscht

In einer kleinen Geschichte regt der Mediziner, Kabarettist und Buchautor Eckart von Hirschhausen auf witzige und gleichsam wertschätzende Weise zum Nachdenken über elementare Fragen der Lebensgestaltung an. Dass er mit dieser Geschichte zugleich auf zentrale Themen der Führung, insbesondere der Königsdisziplin Selbstführung einen Scheinwerfer wirft, war vermutlich nicht seine Hauptintention. Wobei er diesen Kollateralnutzen sicher zu schätzen wüsste.

Im Rahmen von Entwicklungsprogrammen sollten Führungskräfte regelmäßig an den zentralen Fragen der Selbstführung vorbeikommen. Diese Geschichte regt unserer Erfahrung nach Führungskräfte auf angenehme Weise zum Nachdenken über stärkenorientierte Selbst- und Personenführung an.

Viel Spaß mit Ihrem Pinguin.

Führungszitat des Monats

04. Mai 2015 von Kirsten Niechcial

 

Wiedeking

 

Wer ein Unternehmen erfolgreich führen will, davon bin ich fest überzeugt, der braucht ein paar Grundsätze, zu denen er auch in schwierigen Zeiten steht und die er nicht jeden Tag neu in den Wind hängt.

Wendelin Wiedeking
(ehem. Vorstandsvorsitzender Porsche AG)

Im Vertrauen gesagt

28. April 2015 von Sven Fissenewert

Die Überschrift „Menschen suchen Werte in der Arbeitswelt, die dort gar nicht hingehören“ eines Artikels in der Süddeutschen Zeitung hat mein Interesse hinreichend befördert. Der Münchner Professor Michael Bordt führt darin aus, dass unzulässiger Weise die Befriedigung von Werten aus der Nicht-Arbeitswelt im Kontext von Erwerbsarbeit gesucht und/oder eingefordert werden.

Neugierig wurde ich deshalb, weil mein Standpunkt eher vom entgegengesetzten Bild ausgeht: Im Zuge der derzeitigen vehementen Änderungen der Bedingungen von Erwerbsarbeit verschwimmt die Grenze von Arbeit/Nicht-Arbeit zusehends (man denke nur an den Stand der Diskussion zu den Anforderungen der Generation Y an den Sinngehalt von Arbeit) – damit einhergehend wird Arbeit (oder: das System Wirtschaft) tendenziell mehr zum Gegenstand von Erwartungen, die bis vor wenigen Jahrzehnten noch ausschließlich der Privatsphäre von Menschen zugeschrieben wurden.

Diesen Standpunkt fand ich sogar zu Beginn des Artikels wieder: Lies den Rest des Artikels »

Die Geschichte vom Fischer und einem Samurai

20. April 2015 von Henning Keber

FischerEinst lebte ein armer Fischer, der zur Zeit der japanischen Besetzung von einem Samurai Geld geliehen hatte. Als der Tag kam, an dem er seine Schulden bezahlen sollte, besaß er nicht einen Pfennig Geld. Der Samurai wurde wütend und zog sein scharfes Schwert, um den Fischer zu töten. Da rief der arme Mann aus: ” Laß mich dir sagen, bevor du mich tötest, dass ich eben begonnen habe, die Kriegskunst zu erlernen und mein Meister lehrte mich, niemals im Zorn zuzuschlagen.”

Der Samurai hielt inne und sagte: „Dein Meister ist weise und ja, ich lernte einst das gleiche von meinem Meister. Nur manchmal überwältigt mich der Zorn. So wisse, ich gebe dir ein weiteres Jahr Zeit, doch solltest du dann nicht in der Lage sein mir das Geld auf Heller und Pfenning zurückzugeben, so werde ich dich bestimmt töten.“

Als der Samurai spät in der Nacht nach Hause zurückkehrte, sah er, dass in seinem Schlafzimmer Licht war. Er schlich sich auf Zehenspitzen zu der angelehnten Tür und blickte durch den Spalt hinein. Zu seinem Entsetzen musste er sehen, dass seine Frau nicht allein im Bett war: Neben ihr lag ein Samurai. Von kalter Wut gepackt riss er sein Schwert heraus, um sich auf den Fremden zu stürzen, als ihm die Worte des Fischer einfielen: “Wenn du angreifst, sei nicht zornig. Wenn du zornig bist, greife nicht an.” Er ging also zurück und rief laut, dass er wieder da wäre.

Im nächsten Augenblick trat seine Frau aus dem Schlafzimmer neben ihr seine eigene Mutter in Samuraikleidern. „Was hat das zu bedeuten, ich hätte euch beinah beide getötet.“ fragte der Samurai wütend. „Wir hatten Angst vor Räubern und daher bat ich deine Mutter sich Männerkleider anzuziehen, um sie abzuschrecken.

Für den Fischer lief das Jahr sehr gut und so ging er am vereinbarten Tag von sich aus zum Samurai, um seine Schulden plus Zinsen zu zahlen. Der Samurai aber sagte: ” Behalte das Geld”, sagte der Samurai, “ich bin es, der dir etwas schuldet, und nicht umgekehrt.”

Quelle: unbekannt

Führen als „Scheißjob“…

23. März 2015 von Dr. Reinhard Schmitt

Scheißjob…so titelt die März-Ausgabe von brandeins mit dem Schwerpunkt „Führung“.

Warum man dies so sehen kann (aber nicht muss), erläutert Wolf Lotter in seinem einleitenden Artikel „Die Chefsache“. Einige Erklärungsversuche:

„Das Wort Hierarchie bedeutet in seinem griechischen Ursprung Herrschaft – im Sinne einer heiligen, also unantastbaren Ordnung, einer klar erkennbaren Macht, der man sich unterordnen kann. Hierarchien sind auch Anhaltspunkte, sie geben Orientierung. Wer an ihrer Spitze stand, durfte auch für andere mitentscheiden – ein typisches Merkmal für Führung. Wer es nach oben schaffte, hatte sich das auch „verdient“. Führung legitimierte sich durch Führung. Und oben war immer vorn. Heute ist Führung zu einem Auftrag geworden, einem Job, der zu erledigen ist. Leader mögen weiterhin eine besondere Rolle haben, aber die Allmacht, die sie früher besaßen, hat sich verflüchtigt. Der Chef ist zum Primus inter Pares geworden, zum Ersten unter Gleichen, die ihm den Auftrag geben, aus ihrer Arbeit und ihren Fähigkeiten das Beste zu machen. Erst das wäre eine „Demokratisierung der Führung“, was ja nie bedeutete, dass alle gemeinsam führen oder so tun als ob, sondern dass Führung nach für alle Beteiligten klar erkennbaren Regeln erfolgt. Keine Willkür, keine Überraschungen – nur verständliche Entscheidungen.“ Lies den Rest des Artikels »

Führungszitat des Monats

09. März 2015 von Kirsten Niechcial

 

GoetheWenn wir Menschen behandeln, wie sie sind, dann machen wir sie schlechter; wenn wir sie dagegen behandeln, als wären sie bereits so, wie sie sein sollten, dann bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.

Johann Wolfgang Goethe (Deutscher Dichter)

Wie schnell ist zu schnell, wie viel ist zu viel?

26. Februar 2015 von Henrik Esper

Organisationen in der Beschleunigungsfalle

Die Tatsache, dass sich Individuen im Rahmen ihrer Berufstätigkeit überlasten und es zu Stress- und Erschöpfungsphänomen kommt (bis hin zum „Burnout“), ist mittlerweile mehr als hinlänglich bekannt und viele Unternehmen sind für diese Thematik zumindest sensibilisiert.

Weit weniger Aufmerksamkeit bzw. Bewusstsein gibt es andererseits für Erschöpfungsphänomene auf organisationaler Ebene, auch wenn hierzu auch schon seit geraumer Zeit geforscht wird. Wir selbst treffen im Rahmen unserer Arbeit mit Führungskräften immer mal wieder auf Organisationen oder Teile von Organisationen, die permanent an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit – und zum Teil darüber hinaus – gehen müssen, um den an sie gerichteten Anforderungen und Erwartungen gerecht werden zu können. Hier geht es nicht mehr darum, kurzfristig und projektbezogen für einen absehbaren Zeitraum Höchstleistung zu erbringen um danach die Schlagzahl auf ein „moderateres Maß“ (was nicht „langsam“ bedeutet) herunterzufahren, um sich zu regenerieren und neue Energie zu schöpfen. Häufig aufgrund von Wettbewerbsdruck oder nach Zeiten rasanten Wachstums werden in diesen Organisationen Höchsttempo und Höchstleistung als Norm etabliert – mit negativen Auswirkungen auf die mittel- und langfristige Leistungsfähigkeit. Lies den Rest des Artikels »

Innovation: Wie kommt das Neue in die Welt?

12. Februar 2015 von Sven Fissenewert

GDI-001Spätestens seit Clayton Christensens grundlegendem Werk “The Innovators Dilemma”, welches die zum Teil verborgene und schwer steuerbare Dynamik von Innovationsprozessen beschreibt, sind Organisationen und Verantwortliche auf der Suche nach schlüssigen Konzepten rund um das Thema.

Nun erreicht uns ein, vom Zukunftsforscher Koert van Mensvoort entwickelter, vielversprechender Ansatz, der Disruption aus zwei Dimensionen heraus erklärt.

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