Die wichtigste Frage

22. Juni 2015 von Wigbert Walter

FrageZu Beginn diesen Jahres hat der Harvard Business Manager in seinem Sonderheft Leadership renommierte Wissenschaftler, Vordenker und Manager gefragt: Welches ist Ihrer Meinung  nach die wichtigste Frage, die sich eine Führungskraft stellen sollte. Kurz vor dem zeitlichen Zenit dieses Jahres haben wir einige, aus unserer Sicht relevante, Impulse aus dem Tagesgeschäft gekramt…

So fragt Dietmar Fink, Inhaber des Lehrstuhls Unternehmensberatung und -entwicklung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg vor dem Hintergrund der immer kleiner werdenden Welt, welche uns immer schneller über den Kopf zu wachsen scheint: „Was ist wirklich wesentlich? Und zwar für das Unternehmen, meine Kollegen – und für mich selbst?“ Rückbesinnung auf das was wirklich zählt, sei der beste Weg, Struktur in eine unüberschaubare Welt zu bringen. Für Unternehmen gelte weiter der ökonomische Grundsatz. Umsatz minus Kosten gleich Gewinn. Alles was dieser Gleichung nicht standhalte, könne ein Unternehmen verwerfen… Auch mancher betriebsinterne Konflikt lasse sich handhaben, wenn er man ihn auf das Wesentliche zurückführte: Lies den Rest des Artikels »

Der gute alte William…mal was anderes

15. Juni 2015 von Henrik Esper

Inspirational_LeadershipDurchstöbert man als interessierte Führungskraft das Internet, um sich in Blogs, Foren und anderen Formaten mit neuen (oder alten) Anregungen zum Thema Führung zu versorgen, betritt zum gleichen Zweck (old-school-mäßig) eine Buchhandlung oder schlägt eine Fachzeitschrift auf, so wird man mit einer enormen Fülle an Möglichkeiten konfrontiert – die Auswahl ist schwer.

Der Blick ins Netz sowie in Bücherregale und Manager-Magazine offenbart ein diffuses Konglomerat an Publikationen, die sich entweder auf akademisch-wissenschaftlicher Ebene mit der Thematik auseinandersetzen, in Form von Bio- und Autobiographien an den offensichtlichen Erfolgsmodellen von Vertretern der „Spezies“ Manager und Unternehmern orientieren, erfolgreiche (zuweilen ungewöhnliche) Modelle der Unternehmensführung porträtieren, oder die Erfolgsrezepte und „Weisheiten“ realer Persönlichkeiten oder fiktiver Figuren aus ihrem ursprünglichen Kontext auf Führungs- und Managementkontexte projizieren.

So findet man neben den autobiographischen Werken eines Donald Trump, Jack Welch, Lee Iacocca sowie den Schriften von Führungs-„Gurus“ wie Reinhard Sprenger, den kommentierten Klassiker „Der Fürst“ eines Niccolo Machiavelli, einträchtig vereint mit „Winnie the Pu“ und Till Eulenspiegel. Lies den Rest des Artikels »

Innovationsblüten – bloß nicht einverleiben lassen!

08. Juni 2015 von Dr. Reinhard Schmitt

„Konzerne sind nicht unbedingt die beste Brutstätte für Innovationen, egal wie groß ihre Forschungsabteilungen auch sein mögen. Es fehlen ihnen die Tentakel zum Aufspüren von Forschungsfeldern in einem sehr frühen Stadium. So etwas überlassen sie lieber kleineren Firmen.“

konzern1Diese Auffassung vertritt der Biologe Yuri Gleba, Geschäftsführer der Biotech-Firma Icon Genetics und Kenner beider Welten (siehe brand eins online „Fast eine gerade Linie„). „Für wirkliche Innovation ist freies, manchmal radikales Denken die notwendige Voraussetzung und das fällt den meisten Menschen, die in Großunternehmen arbeiten, sehr schwer. Sie sind eher auf die Vermeidung von Risiken ausgerichtet.“ Anderen wiederum, so Gleba, werde diese Fähigkeit systematisch abtrainiert. Den Topwissenschaftlern etwa, die Konzerne immer wieder anheuern. „Es dauert meist nicht lange, bis solche Leute merken, dass es vor allem darum geht, sich mit den Vorgesetzten gut zu stellen. Sie verfallen in eine Art vorauseilenden Gehorsam. Das Perfide daran ist: Dieser Prozess vollzieht sich so allmählich, dass der Betreffende die Veränderung an sich selbst gar nicht bemerkt.“ Lies den Rest des Artikels »

Führungszitat des Monats

01. Juni 2015 von Kirsten Niechcial

 

Je älter ich werde, umso weniger achte ich darauf,
was die Menschen sagen – ich achte darauf, was sie tun.

Andrew Carnegie
US-Industrieller

 

Leiter der Verantwortung: Opfer oder Täter?

25. Mai 2015 von Peter Rathsmann

Das Bild der Leiter und den Namen „Leiter der Verantwortung“ habe ich aus dem amerikanischen Sprachraum entliehen und mit dem bei uns bekannten Konzept von Selbstverantwortung und Wahlfreiheit kombiniert. Das Ergebnis ist ein leicht verständliches und vor allen Dingen einprägsames Modell (sagen unsere Teilnehmer).

Die Verdeutlichung gegenüber Dritten klappt am besten mit einem konkreten, selbst erlebten Beispiel aus dem eigenen Umfeld. In meinem Fall ist es die 17-jährige Tochter, die am frühen Abend via WhatsApp erfährt, dass sie am Folgetag einen unangekündigten Mathetest schreibt und auf mein Nachfragen „und jetzt Marie?“ die einzelnen Stufen durchläuft.

Das Modell zeigt wunderbar, wie wir es immer wieder schaffen, uns in schwierigen Situationen unbewusst zu „Opfern“ zu machen und wie unglaublich schwer es ist, Stufe für Stufe, insbesondere die fünfte, in Richtung „Täter“ zu erklimmen.

LeiterDerVerantwortung

 

Gewachsene Strukturen (be)greifbar machen

18. Mai 2015 von Dr. Reinhard Schmitt

Führen in Zeiten der Veränderung ist von besonderen Herausforderungen geprägt. Die Herausforderungen nehmen überproportional zu, je tiefer die Veränderungen in die Kultur einer Organisation, d.h. in tradierte und teilweise identitätsstiftende Kommunikations- und Arbeitsgewohnheiten hineingreifen. Wir halten es für wichtig, sich mit diesen „gewachsenen Strukturen“ zu befassen, bevor ein tiefgreifendes Veränderungsvorhaben gestartet wird. Bleibt die Frage: Wie lassen sich diese Strukturen überhaupt (be)greifbar machen?

Fritz B. Simon (* 1948), ein Vordenker der systemischen Organisationstheorie, bietet hierfür einen Ansatz. Er vertritt die Auffassung, dass sich die Kultur einer Organisation über Kommunikationsmuster manifestiert. Aus der Beobachtung dieser Muster lassen sich soziale Regeln ableiten. Simon unterscheidet drei Regelarten: Lies den Rest des Artikels »

Das Pinguin-Prinzip

13. Mai 2015 von Henning Keber

 – oder woran es liegt, wenn’s nicht flutscht

In einer kleinen Geschichte regt der Mediziner, Kabarettist und Buchautor Eckart von Hirschhausen auf witzige und gleichsam wertschätzende Weise zum Nachdenken über elementare Fragen der Lebensgestaltung an. Dass er mit dieser Geschichte zugleich auf zentrale Themen der Führung, insbesondere der Königsdisziplin Selbstführung einen Scheinwerfer wirft, war vermutlich nicht seine Hauptintention. Wobei er diesen Kollateralnutzen sicher zu schätzen wüsste.

Im Rahmen von Entwicklungsprogrammen sollten Führungskräfte regelmäßig an den zentralen Fragen der Selbstführung vorbeikommen. Diese Geschichte regt unserer Erfahrung nach Führungskräfte auf angenehme Weise zum Nachdenken über stärkenorientierte Selbst- und Personenführung an.

Viel Spaß mit Ihrem Pinguin.

Führungszitat des Monats

04. Mai 2015 von Kirsten Niechcial

 

Wiedeking

 

Wer ein Unternehmen erfolgreich führen will, davon bin ich fest überzeugt, der braucht ein paar Grundsätze, zu denen er auch in schwierigen Zeiten steht und die er nicht jeden Tag neu in den Wind hängt.

Wendelin Wiedeking
(ehem. Vorstandsvorsitzender Porsche AG)

Im Vertrauen gesagt

28. April 2015 von Sven Fissenewert

Die Überschrift „Menschen suchen Werte in der Arbeitswelt, die dort gar nicht hingehören“ eines Artikels in der Süddeutschen Zeitung hat mein Interesse hinreichend befördert. Der Münchner Professor Michael Bordt führt darin aus, dass unzulässiger Weise die Befriedigung von Werten aus der Nicht-Arbeitswelt im Kontext von Erwerbsarbeit gesucht und/oder eingefordert werden.

Neugierig wurde ich deshalb, weil mein Standpunkt eher vom entgegengesetzten Bild ausgeht: Im Zuge der derzeitigen vehementen Änderungen der Bedingungen von Erwerbsarbeit verschwimmt die Grenze von Arbeit/Nicht-Arbeit zusehends (man denke nur an den Stand der Diskussion zu den Anforderungen der Generation Y an den Sinngehalt von Arbeit) – damit einhergehend wird Arbeit (oder: das System Wirtschaft) tendenziell mehr zum Gegenstand von Erwartungen, die bis vor wenigen Jahrzehnten noch ausschließlich der Privatsphäre von Menschen zugeschrieben wurden.

Diesen Standpunkt fand ich sogar zu Beginn des Artikels wieder: Lies den Rest des Artikels »

Die Geschichte vom Fischer und einem Samurai

20. April 2015 von Henning Keber

FischerEinst lebte ein armer Fischer, der zur Zeit der japanischen Besetzung von einem Samurai Geld geliehen hatte. Als der Tag kam, an dem er seine Schulden bezahlen sollte, besaß er nicht einen Pfennig Geld. Der Samurai wurde wütend und zog sein scharfes Schwert, um den Fischer zu töten. Da rief der arme Mann aus: “ Laß mich dir sagen, bevor du mich tötest, dass ich eben begonnen habe, die Kriegskunst zu erlernen und mein Meister lehrte mich, niemals im Zorn zuzuschlagen.“

Der Samurai hielt inne und sagte: „Dein Meister ist weise und ja, ich lernte einst das gleiche von meinem Meister. Nur manchmal überwältigt mich der Zorn. So wisse, ich gebe dir ein weiteres Jahr Zeit, doch solltest du dann nicht in der Lage sein mir das Geld auf Heller und Pfenning zurückzugeben, so werde ich dich bestimmt töten.“

Als der Samurai spät in der Nacht nach Hause zurückkehrte, sah er, dass in seinem Schlafzimmer Licht war. Er schlich sich auf Zehenspitzen zu der angelehnten Tür und blickte durch den Spalt hinein. Zu seinem Entsetzen musste er sehen, dass seine Frau nicht allein im Bett war: Neben ihr lag ein Samurai. Von kalter Wut gepackt riss er sein Schwert heraus, um sich auf den Fremden zu stürzen, als ihm die Worte des Fischer einfielen: „Wenn du angreifst, sei nicht zornig. Wenn du zornig bist, greife nicht an.“ Er ging also zurück und rief laut, dass er wieder da wäre.

Im nächsten Augenblick trat seine Frau aus dem Schlafzimmer neben ihr seine eigene Mutter in Samuraikleidern. „Was hat das zu bedeuten, ich hätte euch beinah beide getötet.“ fragte der Samurai wütend. „Wir hatten Angst vor Räubern und daher bat ich deine Mutter sich Männerkleider anzuziehen, um sie abzuschrecken.

Für den Fischer lief das Jahr sehr gut und so ging er am vereinbarten Tag von sich aus zum Samurai, um seine Schulden plus Zinsen zu zahlen. Der Samurai aber sagte: “ Behalte das Geld“, sagte der Samurai, „ich bin es, der dir etwas schuldet, und nicht umgekehrt.“

Quelle: unbekannt